Vier Pianisten an einem Flügel? Geht das?

Am nächsten Sonntag treffen sich gleich vier Pianisten zum «Kampf um einen Platz» am Bösendorfer Konzert-Flügel im Gemeindezentrum in Schwanden. Daniel Zbinden, seine Frau Vilma und die beiden befreundeten Gast-Pianisten aus Litauen, Irina Venckus und Prof. Kestutis Grybauskas, spielen Werke von Brahms, Rachmaninow sowie Litauische Musik und aus Alexis Zorbas von Mikis Theodorakis.



Vier ausgezeichnete Pianisten an einem Flügel – Ein seltenes Spektakel! (Bild: zvg)
Vier ausgezeichnete Pianisten an einem Flügel – Ein seltenes Spektakel! (Bild: zvg)

Vilma Zbinden, war Dozentin an der litauischen Akademie für Musik und Theater und Gastdozentin für Klavierensemblespiel an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und am Conservatorio di Musica «G. Verdi» in Mailand. Sie war Klavierlehrerin an der Musikschule Vilnius und Sekretärin des litauischen Verbandes der Klavierpädagogen (EPTA von Litauen). Heute unterrichtet sie an der Musikschule in Glarus.

Hochkarätige Gäste aus Litauen

Kestutis Grybauskas, Professor an der Litauischen Musikhochschule in Vilnius, ist der Begründer der litauischen Klavierensemble-Tradition. Zuerst im Duo mit seiner Frau und sechshändig mit seinem Sohn, dann mit Irina Venckus, Vilma Zbinden und weiteren ehemaligen Studentinnen im achthändigen Spiel trat der Pianist in ganz Europa auf und hat CDs eingespielt, welche regelmässig auf BBC sowie in Ungarn und Norwegen gesendet werden. Dabei hat er verschiedene Raritäten zu neuem Leben erweckt sowie andere Werke für Pianistenensemble bearbeitet. Seine beiden ehemaligen Schülerinnen haben an internationalen Duowettbewerben Preise gewonnen, bis sich Irina Venckus in Belgien und Vilma Zbinden in der Schweiz niedergelassen haben.

Attraktives Programm

Die diesjährige Novembermatinee führt uns auf eine musikalische Reise durch Russland, Litauen und Griechenland. Russland macht den Anfang mit Fantasien von Johannes Brahms über russische Romanzen sowie zwei Stücken aus dem einzigen Duozyklus von Sergej Rachmaninoff. Erinnert das erste Stück, eine Barcarolle, eher an das melancholische Venedigbild der Romantik, entführt uns das Scherzo in die Märchenwelt Russlands.

Mikalojus Konstantinas Ciurionis, Litauens Nationalkomponist und übrigens auch bedeutendster Maler, begründete um 1900 die allerdings noch in russischer Tradition stehende Kunstmusik Litauens. Der Berliner Hochschulprofessor und Brahmsfreund Heinrich von Herzogenberg liess sich von dem im 19. Jahrhundert aufkommenden Interesse an litauischer Kultur zu Bearbeitungen litauischer Volkslieder anregen. Von dieser sehr deutsch klingenden Volksmusik der Ostsee hebt sich die Sutartinemusik des östlichen Litauens ab. Stasys Vainiunas hat dieser vor 100 Jahren ausgestorbenen Musik in einem Orchesterwerk ein Denkmal gesetzt, welches sein Schüler Kestutis Grybauskas für Klavier zu acht Händen bearbeitet hat. Wem diese herbe, rhythmisch betonte Musik etwas fremd ist, der kann sich bei Florian Herman erholen: romantische Salonmusik, wie man sie im Litauen des 19. Jahrhunderts genossen hat.
Das 20. Jahrhundert ist mit eingängiger Filmmusik vertreten, eine speziell für Schwanden bearbeitete Habanera vom litauischen Komponisten Eduardas Balsys. Im Anschluss an das Konzert wird der traditionelle Apéro der Gemeindestube serviert.