Vierter Triumph für Roger Rychen

Roger Rychen liess nie Zweifel aufkommen, wer im Glarner Seitental den Sieg davonträgt. Der Eidgenosse gewann sämtliche sechs Kämpfe. Den jungen Toggenburger Damian Ott bezwang er gleich zwei Mal.




Im Anschwingen kam es zum Duell der beiden einzigen Eidgenossen im 81-köpfigen Teilnehmerfeld zwischen Roger Rychen und Andi Imhof. In einem ausgeglichenen Duell setzte sich Rychen nach gut der Hälfte der Gangdauer mit einem herrlichen Kurzzug durch. Damit lenkte der Molliser das Fest in die richtigen Bahnen. In der Folge bezwang er auch Fabian Bärtsch, mittels Konter und Damian Ott mit Ableeren übers Knie. Somit lag Rychen bereits zur Halbzeit als einziger Schwinger mit drei gewonnenen 0,50 Punkte vor seinem ersten Verfolger Daniel Elmer. Diesen bezwang er im vierten Gang mit freiem Brienzer sehenswert. Anschliessend hatte auch Manuel Bollhalder nichts zu bestellen, er wurde mit Kurz zu Boden gebracht, wo der Glarner zum Resultat nachschaffte. Mit einem ganzen Punkt Vorsprung ging Rychen den Schlussgang an, wo er ein zweites Mal auf Damian Ott traf. Der junge Toggenburger, ein Klubkamerad von Daniel Bösch, gewann vier Gänge, bei einer Niederlage im dritten Gang gegen Rychen. Ott bezwang drei Urner, im vierten und fünften Gang mit Mathias Müller sowie Noah Gisler keine übermächtigen Gegner. Der Sieg über Matthias Herger im zweiten Gang kam jedoch sehr überraschend.

Muni wird nochmals benötigt

Im Schlussgang hatte der aufstrebende St. Galler auch seine Chancen, ehe sich zu Beginn der sechsten Minute der Lokalmatador mit einem Kurzzug durchsetzte. Rychen hätte schon ein Unentschieden zum alleinigen Festsieg gereicht. Für den Glarner Eidgenossen war es der vierte Sieg im Klöntal nach 2014, 2017 und 2018. Die letzten drei Austragungen hat er allesamt zu seinen Gunsten entschieden. Somit wartete Muneli «Bruno» auf Roger Rychen, den er jedoch nicht mitnahm und sich für den «Batzen» entschied. «Der Muni bleibt beim Besitzer, sonst hätten die Organisatoren von 2020 in Kaltbrunn ein Problem. Dort wird der gleiche Stier nochmals gebraucht», sagte der Sieger nach dem Fest. In der Tat ist Siegermuni «Bruno» in knapp einem Jahr am St. Galler Kantonalen in Kaltbrunn ebenfalls als erster Preis vorgesehen. Nur dann mit etwas mehr an Gewicht und Grösse. Schon kurz nach getaner Arbeit begab sich Rychen nach Hause, musste er doch schon am Tag auf der Rigi wieder ins Sägemehl.

Riget stoppte Imhof

Die hochgehandelten Urner Gäste fielen vorzeitig aus dem Rennen. Andi Imhof machte nach der Startniederlage gegen Rychen mit zwei Siegen wieder Terrain gut, doch mit dem Gestellten gegen Florian Riget entschwand der Festsieg. Dank Siegen über Edi und Michael Bernold kam er mit satten zwei Punkten Rückstand auf Festsieger Rychen noch den Ehrenplatz. Sein Klubkamerad Matthias Herger zog sich im Anschwingen gegen Pirmin Gmür eine Nackenprellung zu. Nach der Niederlage gegen Damian Ott gab er den Wettkampf auf. So waren es junge St. Galler, welche in die Bresche sprangen. Hinter Rychen, Imhof und dem Toggenburger Damian Ott, der auf Rang 3a zurückfiel, folgen gleich fünf weitere St. Galler. Die beiden Melser Fabian Bärtsch und Reto Schlegel erlangten punktgleich mit Ott Rang drei. Bärtsch, der heuer sein erstes Eichenlaub gewann, bezwang zuletzt im einem St. Galler Duell Florian Riget. Schlegel setzte sich zuletzt gegen den Thurgauer Fabian Koller durch. Im Rang vier folgen Dominik Oertig, Manuel Bollhalder sowie Edi Bernold, alles ebenfalls St. Galler. Dominik Oertig unterlag zu Beginn unerwartet rasch gegen den Höfner Dominik Streiff. Vier Siege in Serie brachten ihn ganz weit hervor, ehe er zuletzt mit dem Zürcher Nicola Wey stellte. Der junge Flawiler Manuel Bollhalder sowie ein weiterer Oberländer, Edi Bernold, der in seiner Laufbahn immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wurde, gewannen beide vier Gänge.

Jöhl zweitbester Glarner

Im Rang 6c folgt mit Christian Jöhl der zweitbeste Glarner. Er startete mit einer Niederlage gegen Manuel Bollhalder ungünstig, gewann aber die Gänge zwei und drei. Nach zwei Gestellten bezwang er zum Abschluss Kilian Arnold. Sämi Horner kam als drittbester aus dem Lande Fridolins auf Rang 7d. Er, wie Jöhl mit drei Gewonnenen. Eine noch bessere Platzierung vergab er im letzten Gang mit dem Unentschieden gegen Noah Gisler. Im Rang acht folgen gleich fünf Glarner. Mario Tschudi, Christian Schnyder, Geburtstagskind Beni Rhyner und Christof Kirchmeier überraschten positiv, Reto Landolt hingegen vergab einen bessern Rang. Metallbauerlehrling Mario Tschudi gewann drei Gänge, zuletzt gegen David Kempf. Christian Schnyder gewann ebenfalls drei Gänge, eine noch bessere Platzierung vergab der Näfelser zuletzt gegen Edi Bernold. Beni Rhyner langte es bei seinem 20. Geburtstag ebenfalls zu drei Siegen, zuletzt gegen Markus Tanner. Auch der technisch beschlagene Molliser Christof Kirchmeier kam zu drei Erfolgen.

Landolt startete verheissungsvoll

Reto Landolt konnte nach gutem Beginn mit Siegen gegen Edi Bernold und Manuel Bollhalder nicht in diesem Stile fortfahren. Gegen Andi Imhof und Noah Gisler, der seinen Schlunggversuch konterte, riss der Faden. Auch im letzten Gang gegen Jan Mannhart lief es nicht wunschgemäss, der Näfelser musste sich mit einem Gestellten abfinden. Die jungen Sven Schrepfer und Michael Laager, beide im Rang 11, gewannen je zwei Gänge. Das gilt auch für Patrik Schiesser im Rang 12c, Tobias Fässler 13b und Ruedi Tremp im Rang 14d. Christian Pianta fehlte ferienbedingt. Beim 29. Glarner «Buebeschwinget» gingen die Siege nach Schwanden und Bilten. Bei den Jahrgängen 2004 bis 2007 besiegte Frank Leuzinger, Schwanden, im Schlussgang Kaspar Laager, Mollis, nach 6:26 Minuten mit Kurz und Nachdrücken. In der unteren Kategorie der Jahrgänge 2008 bis 2001 setzte sich Pascal Schmid aus Bilten in der Endausmarchung bereits nach 16 Sekunden mit Hüfter gegen Jan Bommer aus Mitlödi durch.

Petrus als Schwingerfreund

Trotz garstigem Wetter beim Aufstellen und ergiebigem Regen in der Nacht auf Samstag regnete es während dem Wettkampf nie. Im Gegensatz zum Glarner-Bündner meinte es Petrus diesmal gut mit den Schwingern. Dafür wurde das OK-Bergschwinget Klöntal, der Schwingklub Glarus-Mittelland, mit einem überwältigenden Zuschaueraufmarsch von 800 Personen überrascht. Auch Ständerat Werner Hösli gab sich beim Festplatz Vorauen die Ehre. Dem zweiten schwingerische Anlass, der je hinten am Klöntalersee stattfand (nach dem Kantonalschwingfest 2005 im Vorauen), war ein voller Erfolg beschieden.

Klöntal GL. Bergschwinget

(81 Schwinger, 800 Zuschauer). Schlussgang: Roger Rychen (Mollis) bezwingt Damian Ott (Dreien) nach 5:03 Minuten mit Kurz. Rangliste: 1. Rychen 59,50. 2. Andi Imhof (Attinghausen) 57,25. 3. Damian Ott (Dreien), Fabian Bärtsch (Flumserberg) und Reto Schlegel (Flumserberg), je 57,00. 4. Dominik Oertig (Uznach), Manuel Bollhalder (Flawil) und Edi Bernold (Walenstadt), je 56,75. 5. Nicola Wey (Stäfa), Dominik Streiff (Tuggen), Pirmin Gmür (Amden), und Daniel Elmer (Rüeterswil), je 56,50. 6. Michael Bernold (Walenstadt), Roman Lozza (Fläsch) und Christian Jöhl (Mollis), je 56,25.