«Volles Haus» beim Vollmondgottesdient im Alpini Schwanden

Wann ist die Kirche voll? So sinnierte Pfr. Hans Walter Hoppensack zu Beginn des ganz speziellen Gottesdienstes im Alpini. Klar, wenn es in den Bänken keinen Platz mehr hat und Leute sogar stehen müssen.



So geschehen beim Vollmondgottesdienst vom letzten Samstag im Alpini, also für einmal unter freiem Himmel. Die Ratsmitglieder der Evang. Kirchgemeinde Schwanden waren entsprechend überrascht, dass mehr als doppelt so viele Gottesdienstbesucher als erwartet, spät abends den Weg ins Alpini fanden. Über 70 Personen waren es, teilweise auch von ausserhalb der Kirchgemeinde, die neugierig, aber auch gespannt darauf waren, was sie wohl erwarten würde.

Warten mussten sie dann in erster Linie darauf, bis sich der Vollmond auch endlich zeigte.

Zuerst aber stellte Pfarrer Hoppensack seine besinnlichen Worte unter Psalm 8. Wenn ich seh' die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du gemacht: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?!

Ableitend von Äusserungen des Astrophysikers Jens Martin Knudson, der sich überrascht zeigte, dass wir Sterne verstehen und selbst ein schwarzes Loch und eine Supernova-Explosion in den Gleichungen der Physik sehen, aber das Leben selbst eines der grössten Rätsel des Universums ist, fährt H.W. Hoppensack weiter.

Angesichts der unerlässlichen Weite des Universums, so Pfarrer Hoppensack, lässt es sich Gott nur schwer als jemanden denken und vorstellen, der irgendwo da draussen «sitzt» .., sondern eher als gegenwärtige lebendige Präsenz in allem Lebendigen – in allem, was ist – doch letztlich einfach unbegreiflich. Und wenn doch ein «Jemand», was wäre diesem «Jemand» wichtig? Wohl nicht, dass Menschen die «richtige» Religion haben, sondern vor allem, dass sie sorgsam miteinander und dieser Welt umgehen.

Zwischen und nach diesen besinnlichen Worten erfreuten Martin Lehmann und Massa Koné mit ihren musikalischen Beiträgen die Besucher. Endlich gelang es auch dem aus Mali stammenden Stadtglarner Koné, mit seiner exzellenten Fingerfertigkeit den Mond herbeizutrommeln.

Das war dann auch der Moment für den Genuss des feinen Erdbeer-Cocktails, liebevoll zubereitet und serviert von den Kirchenrätinnen. Und dank der eilends noch organisierten weiteren Bechern und Tranksamen reichte es auch für die grosse Besucherschar, die sich dann langsam in der Mondschein-Nacht auflöste.