Vom Kapuzinerkloster zum Franziskanerkloster

Die Klosterkirche kennen wir womöglich und eventuell auch die Pforte. Damit hat es sich aber in den meisten Fällen. Der Vorstand der Freunde des Klosters Mariaburg Näfels organisierte deshalb am Sonntag eine Klosterführung mit anschliessendem Apéro im Klarasaal.

 



Guardian Hans Lenz führt die eine Gruppe und erklärt Interessantes über das Klosterleben. (Bild: i.hunold-straub)
Guardian Hans Lenz führt die eine Gruppe und erklärt Interessantes über das Klosterleben. (Bild: i.hunold-straub)

Rund 40 Interessierte konnte Guardian Hans Lenz in der Klosterkirche begrüssen. Pater Gottfried Egger ging auf die Geschichte ein, auf die Burg, die auf diesem Hügel stand, 1352 aber zerstört wurde. 1675, im Zuge der Gegenreformation, sollte eine geistige Burg für die Kapuziner entstehen. Sie wurde innerhalb von nur drei Jahren gebaut und der Mutter Gottes geweiht, deshalb auch der Name Kloster Mariaburg Näfels. Später erfolgte der Bau der Ring- und Stützmauer, und 1831 konnte eine Klosterschule eröffnet werden, sodass es dann schliesslich auch zu Anbauten kam. 1984 musste die Schule geschlossen werden, einerseits gab es ständig mehr Mittelschulen, andererseits wurden die Kapuziner-Lehrer knapp. 1986 übernahmen die Franziskaner das Kloster. Sie kauften es für den symbolischen Betrag von 1 Schweizer Franken. 1998 bis 2004 erfolgte die umfassende Renovation der gesamten Anlage.

Rundgang in zwei Gruppen

In der Kirche selbst wurde die gemäss dem franziskanischen Armutsgedanken verordnete Schlichtheit hervorgehoben. So durften keine farbigen Glasfenster eingebaut werden. In den Gemälden durften lediglich die Mutter Gottes, der heilige Antonius und der heilige Franziskus dargestellt werden. Die verschiedenen Altäre wurden erklärt, wem sie gewidmet sind, wer sie malte und wer sie stiftete.
Die beiden Gruppen bestaunten das neu eingeweihte Wappen vor der Kirche, ein Mosaik, das am Franziskustag eingeweiht wurde und das Kennzeichen der Franziskanerklöster und -kirchen darstellt. Franziskus gilt als erster Mensch, der stigmatisiert wurde, also zu Lebenszeiten die Wundmale von Jesus an Händen und Füssen aufwies.

Auch Gäste werden beherbergt

Den einfachen, mit einem schmiedeisernen Kreuz geschmückten Gräbern entlang ging es zum Garten und der Klosterterrasse. Die Gartenmauer weist den neuesten und modernsten Kreuzweg auf. Weitere befinden sich in der Klosterkirche, im daran anschliessenden Brüderchor sowie in der Hauskapelle. Jenen aufs Brandbödeli erneuerten die Franziskaner 1991 zum 700-jährigen Bestehen der Eidgenossenschaft.
Im Innern des Klosters bekamen die Besucher Einblick in die Küche und in ein Gästezimmer, deren Bewohner jeweils dreimal täglich an den Gebeten teilnehmen sowie einen halben Tag beispielsweise im Garten oder in der Küche mithelfen. Im Refektorium, dem grossen Saal, wo die Brüder essen, erfuhren sie, dass hier früher der Wand entlang gesessen wurde, ohne Gegenüber, im Stillschweigen. Der Brüderchor ist nicht nur der kleine intime Hauptgebetsort der momentan acht Brüder, sondern hier wird auch die im ganzen Ort hell erklingende Klosterglocke von Hand geläutet.