Vom Lied der Weite bis zum Knuffelchen

Buchpräsentation haben es in sich. Unlängst stellte das stets kreativ und kompetent agierende Team der Buchhandlung «wortreich» in der Abläsch Glarus aus einer Vielzahl von Büchern jene Titel vor, die auffallen, einem persönlich besonders zusagen und sich als unterhaltsame Lektüre ganz besonders eignen. Diese fordernde Aufgabe teilten sich Geschäftsführerin Christa Pellicciotta, Elisabeth Trümpy und Marylou Glarner.




Ein klein wenig Ferienstimmung herrschte, dank putzigen Salontischchen, spürbar sommerlichen Temperaturen, Bücherstapeln, aufmerksamer Bewirtung ab Bar und ungezwungenen Unterhaltungen. Vorbereitet war alles richtiggehend professionell. Eine Zusammenfassung der präsentierten Titel samt Raum für eigene Notizen lag in kopierter Form vor. Zur obligaten, herzlichen Begrüssung durch Christa Pellicciotta gehörten die Hinweise auf die noch zu erwartende kulturelle Vielfalt an der Abläschstrasse.

Und dann liess man sich bereitwillig in Welten entführen, die Unterhaltung, Munterkeiten, Besinnliches, Aufrüttelndes, Langfädiges, Interessierendes – einfach alles enthalten, was das «literarische Herz» begehrt. Und unweigerlich stellte sich die Qual der Wahl ein: Was soll zuerst gelesen werden? Was spricht mich besonders an? Glücklicherweise sind Bücher gerne bereit, abzuwarten, bis sie geholt werden, beinahe wissend, dass die Leserschaft noch anderes zu erledigen hat, was so zum Alltag gehört.

Bei Präsentieren erfuhr man von verschiedensten Buchinhalten, nahm Kenntnis von Charakteren, Lebensumständen, weilte für kurze Zeit im fernöstlichen Raum, in Israel, den US-amerikanischen Weiten und anderswo, erfuhr Wesentliches über Sprachfluss und Wortwahl, war Gast in verschiedenen Kulturwelten und Zeitepochen. Es wurde aufgezeigt, was an Wesentlichem passiert, wie sympathisch, auch ganz andersartig Haupt- und Nebenfiguren sind, weshalb sich Konflikte anbahnten, wie sich Ereignisse entwickeln und zuweilen enden. Vierundzwanzig Titel für Lesefreudige aller Altersstufen wurden präsentiert – einfühlend, engagiert; Wesentliches in den Mittelpunkt rückend, stets in willkommener Kürze.

Es ist beinahe vermessen, aus der riesigen Vielfalt den einen oder anderen Titel hervorzuheben. Da empfiehlt sich ein Besuch in der Buchhandlung. Es lässt sich bestens rumschmökern, verweilen, um sich dann der Schwierigkeit der richtigen Wahl zu stellen.

Was zusagt, muss selber entschieden werden, sei es eine Geschichte über einen Knecht, der auf dem Hof wie ein Leibeigener behandelt wurde, im Altersheim landete und beharrlich seinen Lebenstraum umsetzte oder die Vater-Sohn-Geschichte in den Dolomiten oder – für Jüngere – die Abenteuer des kochenden Hahns Henri, die reizenden Illustrationen zum Knuffelchen, der quakenden Katze.

Man verweilte, blätterte, las sich kurz ein, schmunzelte, konsultierte unter Umständen zur Sicherheit die eigenen Notizen und war sich sicher, bei Gelegenheit nochmals vorbei zu kommen – es gibt so viel Lesenswertes, damit die wohltuende Gelegenheit, mal wegzudriften, um sich dem hinzugeben, was nicht Alltag, sondern selbstgewählte Oase ist.