Vom Nationalrat zum Ständerat?

Nun ist es offiziell: Nationalrat Werner Marti (SP) steigt in das Rennen um die Nachfolge von Fritz Schiesser als Ständerat ein. Noch Bedarf es allerdings der Bestätigung durch die Parteibasis. Dies sei aber nach Christine Bickel, SP-Präsidentin, lediglich noch eine Formalität. Der Kanton Glarus sei konservativ und modern zugleich und Marti soll in Bern das moderne Glarus vertreten.



Nationalrat Werner Marti (SP): gibt seine Nomination zur Ständeratsersatzwahl bekannt (Bild: ehuber) Christine Bickel
Nationalrat Werner Marti (SP): gibt seine Nomination zur Ständeratsersatzwahl bekannt (Bild: ehuber) Christine Bickel

Die Ersatzwahl vom 10. Februar 2008 wurde nötig, da der bisherige FDP-Ständerrat Fritz Schiesser, zum Präsidenten des ETH-Rates gewählt wurde. Die FDP-Parteileitung hat vor kurzem bekannt gegeben, dass sie Regierungsrat Pankraz Freitag als Kandidat ins Rennen schicken. Auch Nationalrat Werner Marti kandidiert nun ebenfalls für dieses Mandat.

Seit 16 Jahren im Nationalrat

Marti vertritt den Kanton Glarus seit 16 Jahren in Bern als Nationalrat und war von 1996 bis 2004 auch Preisüberwacher. In dieser Funktion stand er oft im Fokus der Öffentlichkeit und auch verschiedener Parlamentarier. Wie er ausführte kenne er Bundesbern mittlerweilen in- und auswendig, was ihm erlauben würde, nach seiner Wahl als Ständerat gleich vom ersten Tag an mitzureden. Für ihn spricht auch, dass er politisch und ökonomisch völlig unabhängig ist. Marti weiter: „ Es ist wichtig, dass wir unsere Stärken nutzen und zwar unsere Position im Energiesektor als Wasserkanton mit einer wertvollen, erneuerbaren Energie. Wenn etwas in den nächsten vier Jahren von Bedeutung ist, wird es dieses Thema sein. Und da geht es vor allem darum, die Interessen des Kantons voll zur Geltung zu bringen.“

Freude auf den kommenden Wahlkampf

Vor allem die Umweltpolitik werde in den kommenden Jahren von grosser Bedeutung sein, denn ihm sei bewusst, wie die Gletscher laufend zurückgehen und was für Gefahren in diesem Zusammenhang bestehen. Nach diesen Ausführungen nahm er Bezug auf den kommenden Wahlkampf im Februar. „Ich freue mich auf den Wahlkampf, denn dieses Mal wird es zu einer richtigen Auseinandersetzung zwischen mindestens zwei Kandidaten kommen.“ Angesprochen auf das, wie er selbst bestätigte, schlechte Wahlresultat als Nationalrat erklärte Marti, dass gerade dieses Ergebnis ihn dazu bewogen habe, sich als Ständeratskandidat den Wählerinnen und Wählern zu stellen. Er betrachte dies als eine echte Herausforderung.

Blickt man in der Geschichte des Kantons zurück stellt man fest, dass in den vergangenen mehr als hundert Jahren immer nur bürgerliche Glarner Parteien im Stöckli vertreten waren.