Von Beethoven bis Gershwin – mit dem Trio Eclipse

Die Matineen im Märchenhotel Bellevue, dem Mittelpunkt der 83. Musikwoche Braunwald, haben sich im Verlaufe der letzten Tage zu einem Geheimtipp entwickelt, standen doch stets Begegnungen mit hochtalentierten Musikerinnen und Musikern und die Wiedergaben selten gehörter Kompositionen an. Zuhörerinnen und Zuhörer fanden sich immer in erfreulicher Zahl ein, um sich richtiggehend verwöhnen zu lassen.




Am vergangenen Donnerstagmorgen freute man sich aufs Trio Eclipse, dem die drei mitreissend und aufeinander hervorragend abgestimmten Lionel Andrey (Klarinette); Sebastian Braun (Violoncello) und Bendek Horvath angehören. Auf dem Programm standen das Trio op. 11 in B-Dur «Gassenhauer» von Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) und das Klarinettentrio op. 114 von Johannes Brahms (1833 – 1897). Das Erscheinungsbild der ungemein intensiv und absolut perfekt aufspielenden Musiker war ebenso abgestimmt wie die wechselvollen ungemein gefühlsbetonten Interpretationen; gleichermassen bestachen die einheitlich roten Socken und das feierliche Schwarz des Konzert-Outfits. Und was dann bei den ersten beiden Kompositionen an gestalterischer Reife und Ausdrucksreichtum zu vernehmen war, gab zu grosser Bewunderung Anlass. Die drei Herren spielten so gefühlvoll, leidenschaftlich, stimmungsgeladen. Man liess sich genussvoll mittragen, nahm am zuweilen markanten Festhalten, dann wieder an gar Innigem, Fröhlichem, sehr Leidenschaftlichem Anteil.

Die Spielfreude riss einen mit. Mit enormer Präsenz wurde musiziert, so variantenreich. Mit dem Aufnehmen und Ausgestalten kurzer Sequenzen, dem eindrücklichen Zusammenspiel gedieh eine Ganzheit, die richtig gediegen war. Man freute sich restlos.

Leidenschaft und Eleganz, helles Licht, ein zuweilen lebhaftes Auf und Ab waren ungemein faszinierend. Die Fülle der unnachahmlich elegant ausgespielten Emotionen wurde mit ganz grossem Beifall verdankt.

Nach der kleinen Pause schloss Zeitgenössisches an. Simon Heggendorn (*1982) hatte für das Trio eine Komposition geschrieben, deren Inhalt mitriss und die Interpreten gehörig forderte. Man wurde an verschiedene Orte entführt, mal ging es gar munter, sehnsüchtig zu und her, dann liessen Unterhalter an der Bar grüssen, Anlehnung an Jazziges dann wieder eine kleine Portion Herzschmerz, impulsives Gehabe – es wuchs ein grandioses Erleben dank sehr gekonntem Ausspielen so vieler Stimmungen. Alles war beeindruckend perfekt, Dynamik, Tempi, enorm Wirbliges, dann wieder riesig Beseeltes.

Stefan Schröter arrangierte für das Trio «An American in Paris» von George Gershwin (1898 – 1937). Unablässiges Fragen, Suchen, Rufen, dezidiertes Wirbeln, kurzes Innehalten und Verweilen, ein klein wenig schäkern – es klangen variantenreiche, kurzweilige Momente auf. Alles schien so hingeworfen, brillant variiert. Man genoss vorbehaltlos, aufmerksam. Über viele Momente durfte man sich freuen. Man wurde auf eine Reise mitgenommen, die wirbliger nicht hätte sein können. Und alles gedieh so formschön.

Mit starkem und langem Beifall wurde gedankt. Es kam zu einer Zugabe, die fast etwas kurz war. Man verweilte gerne, war dankbar für dieses tolle musikalische Geschenk.