«Wer den Landesplattenberg besucht, taucht in eine andere Welt ein», war sich Hansruedi Marti, Präsident Stiftung Landesplattenberg, am letzten Freitag an der Vernissage der Ausstellung zweier Werkarbeiten in der Landesbibliothek sicher. Und jeden Besucher berühre der Ort, an dem über mehrere hundert Jahre Schiefer abgebaut wurde auf seine eigene Art und Weise. «Gerade die Wirkung auf Künstler und kreative Menschen ist dabei immer äusserst spannend.» Aus diesem Grund habe sich die Stiftung wieder dazu entschieden zwei Werkaufträge in Auftrag zu geben, diesmal an die Textildesignerin Daniel Zimmermann und den Fotografen Fridolin Walcher. Zimmermann hat sich dabei auf den Ursprung des Schiefers gemacht. Denn dieser war vor über 30 Millionen Jahren der Grund eines Meeres und habe sich erst über lange Zeit in das begehrte Material verwandelt. Am meisten habe sie die beim Abbau gefundenen Fossilien interessiert. «Ich habe mich da dann aber auch gefragt, was über Versteinerung von heute übrigbleiben wird.» So befinden sich auf ihren neun Foulards sowohl Bearbeitungen von echten Fossilien als auch ihre eigenen Interpretationen von künftigen Tieren, die ihre Abdrücke in einer zukünftigen Gesteinsschicht hinterlassen können.
Auf den «Anti-Berg» hat sich dagegen der Fotograf Fridolin Walcher konzentriert. «Mit dem Abbau haben die Menschen eine eigene Landschaft, eben ein Negativ von einem Berg geschaffen.» Dies unter sehr schwierigen Arbeitsbedingungen und nur im Licht einer Karbidlampe. «Auch diesem Umstand wollte ich in meinen Bilder Rechnung tragen.» So sind Aufnahmen mit starkem Kontrast und natürlich in Schwarz-Weiss entstanden. Und auch beim Druck habe man sich am Bergbau orientiert, so wurde mit Kohle-Pigmenten gedruckt. Nicht nur unter Tage erlebten die Arbeiter dunkle Zeiten, gerade am Ende des 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts knöpften die Besitzer den Bergleuten zudem das meiste ihres kargen Lohns ab, indem sie ihnen fast zur gleichen Zeit dafür Alkohol verkauften. Das daraus entstandene Leid hat den Pfarrer dazu bewegt die Regierung des Kantons Glarus zum Handeln aufzufordern. Durch eine der ersten staatlichen Enteignungen in der Schweiz ist somit der eigentliche «Landesplattenberg» entstanden, in dem noch bis 1961 Schiefer abgebaut wurde.
Die Ausstellung der beiden Werkarbeite von Daniel Zimmermann und Fridolin Walcher sind noch bis 3. Oktober in der Landesbibliothek während der normalen Öffnungszeiten zu besichtigen.






















