Von der Protestbewegung zur politischen Grösse

Zusammen mit Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf und alt Bundesrat Samuel Schmid feierte am letzten Mittwoch die BDP des Kantons Glarus ihr 5-Jahre-Jubiläum. Neben der ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte blickte man auch schon auf die künftigen kantonalen und nationalen Wahlen.




«Vieles in dieser Zeit war ungewiss und nicht geplant», blickte der nationale Parteipräsident Martin Landolt auf die Entstehungsgeschichte der BDP zurück. Damals – 2007 – wurde anstatt des bisherigen Bundesrats Christoph Blocher die Parteigenossin Eveline Widmer-Schlumpf ins Amt gewählt. Was in den Wochen und Monaten vorher und nachher geschah, hat dabei sicher schweizerische Polit-Geschichte geschrieben. Das Resultat: Viele Partei-Mitglieder der SVP wandten sich ab und gründeten die Bürgerlich Demokratische Partei. Im Kanton Glarus war dies am 27. August 2008 der Fall. «Damals standen wir eigentlich vor dem Ende der politischen Karriere», räumte Landolt weiter ein. Auch alt Bundesrat Samuel Schmid blickte auf diese Zeit zurück und wünschte sich, dass das damalige Feuer weiterhin brenne. Als damaliger Taufpate freute er sich umso mehr an der 5-Jahre-Feier im Landesplattenberg dabei sein zu können. An der Gründung selber konnte seine damalige Kollegin Eveline Widmer-Schlumpf nicht anwesend sein. «Ich musste in Lausanne ein Referat halten, mit den Gedanken war ich aber immer im Glarnerland.» Nach Bern und einen Tag nach Graubünden war Glarus nämlich der dritte Kanton, in dem die BDP aus der Taufe gehoben wurde. «Aus diesen drei Gründen hat sich eine Partei mit 17 kantonalen Untersektionen gebildet, und seit diesem Jahr haben wir auch eine Junge BDP. Für die kommenden Wahlen bin ich sehr optimistisch.»

Vor fünf Jahren hatte Regierungsrat Röbi Marti gewünscht, dass die BDP nicht um jeden Preis so gross wie möglich sein soll. «Und unsere Partei hat sich gesund entwickelt, ohne dass sie ihre Werte – Anstand und Eigenmass – vergessen hat.»

Nach dem offiziellen Teil erzählte Hans Rhyner, Geschäftsführer der Stiftung Landesplattenberg, bei einem Apéro spannende Anekdoten aus der Geschichte des Schieferwerks. Für die musikalische Umrahmung sorgten die «Stahlchefer» aus Näfels.