Von der Vielfalt beim Lernen und Lehren

Heterogenität heisst das Zauberwort, das gerade im Schulbetrieb so oft die Runde macht – und es meint nichts anderes als die bunte Vielfalt der Menschen. Das kantonale schulische Zusatzangebot (SZA) versucht dieser Vielfalt auch im Rahmen auf die zukünftigen Berufe gerecht zu werden, wie zwei unterschiedliche Projektwochen zeigen.



Erholung nach einem anstrengenden Tag. (Bild: zvg)
Erholung nach einem anstrengenden Tag. (Bild: zvg)

Es ist bekannt: Wer ins SZA kommt, der trifft auf neue Kollegen verschiedener Jahrgangsstufen und unterschiedlicher Schultypen. Wer Jahre zuvor noch nach Stichtagen angeordnet in die Primarschule sass und später eine weitere Differenzierung nach Noten über sich ergehen lassen musste, der begegnet nun wieder einer bunten Mischung unterschiedlichster Schüler/-innen. Und das ist gut so.

Die Eigenverantwortung im SZA

Die Lernenden im SZA werden früh in die Pflicht genommen – mit Wochenbegleitern, Dokumentationen, Vorschlägen zum Lernen und frei eingeteilter Arbeit wird ihnen schnell bewusst, dass jede und jeder von ihnen ein einzigartiger Mensch ist, der im Leben und im Lernen an ganz unterschiedlichen Punkten steht – so auch im Berufsfindungsprozess. Zwar ist der Stundenplan (noch) vorgeschrieben, aber zahlreiche Module, von Lehrern initiierte Niveaugruppen und die Wahlfreiheit im Rahmen der Lernzeit im Lernatelier lassen ein nicht unbeträchtliches Mass an Individualisierung zu. Dazu zählen auch die Projekte der vergangenen Woche.

Französisch oder Schokolade

Die Schulverlegung in die Nähe von Lausanne gehört mittlerweile schon fast zum Programm – eine anstrengende Woche mit sechs täglichen Lektionen und anschliessenden Exkursionen, die im abendlichen Tagebuchschreiben enden. Dazu die Verantwortung für den täglichen Einkauf und die Verpflegung – die angehenden Köchinnen konnten auch praktisch kräftig üben.
Doch nicht alle sollten dazu verpflichtet werden. Ein spannendes Schoggi-Projekt ergänzte die Woche im Welschland und trainierte verschiedenen Kompetenzen mit denjenigen, die Französisch in ihrem zukünftigen Berufsleben voraussichtlich erst einmal nicht brauchen werden.

Ein Dossier zum Abschluss

Beide Projekte münden in ein persönliches Dossier – das Schoggidossier und das „journal des voyages“, die unabhängig vom Erinnerungswert als sehr persönliche Dokumente die erworbenen Kompetenzen belegen. Und natürlich sind diese ebenso unterschiedlich wie es auch die Lernenden sind. Während die Eine nun besser Französisch versteht, hat die Nächste den Mut, Unbekannte um Hilfe zu bitten und eine Dritte traut sich endlich an eine Lektüre heran.
Gefallen haben die zwei Projektwochen jedenfalls allen Beteiligten. Und das hat sicherlich nicht nur an den gemeinsam mit einem Maître-Chocolatier in Ziegelbrücke hergestellten „megafeinen“ Pralinés oder dem netten jungen Mann, der vor dem Lagerhaus bei Lausanne Strassenarbeiten ausführte, gelegen.