Von der Wut zum Glück – zwölf bewegende Schicksale

Unlängst stellte Verena Beerli-Kaufmann ihr Buch mit dem Titel «Von Wut, Mut und dem Land des Glücks» vor. Gross war die Zahl der Besucherinnen und Besucher, die sich in der Stadtglarner Buchhandlung Baeschlin eingefunden hatten. Man spürte Anteilnahme, Interesse und Bewegtheit. Die in Ennenda wohnhafte Autorin ist diplomierte Lerntherapeutin und Kindergärtnerin. Schon vor einigen Jahren entschied sie sich, ihre Erfahrungen niederzuschreiben, sie jenen weiterzugeben, die um diese Erkenntnisse froh sind, sie vielleicht nutzbringend einsetzen wollen.




Es kam die Sprache auf den Jungwolf Yuk, der Es sind keine «Dutzend-Schicksale», die nach jahrelangem Auseinandersetzen in Buchform erschienen sind. Verena Beerli-Kaufmann zeigte auf, wie schwierig es zuweilen war, die verschiedenen Inhalte so zu anonymisieren, dass der Persönlichkeitsschutz der jeweiligen Person – zumeist hochsensible, enorm intelligente Kinder, deren Gefühlswelt nicht immer intakt und gradlinig ist – gewahrt bleibt. Sie hatte vielen zu danken, die sie auf dem langen Weg des Realisierens begleitet haben. Mit spürbarer Herzlichkeit erwähnte sie Gaby Ferndriger. Geschäftsführerin Swantje Kammerecker, einfühlsam und Mut machende Lektorin Remo H. Largo, Verfasser des Vorworts und Michel Krafft, kunstreich gestaltender Illustrator.

Gaby Ferndriger wies mit ihrer Einführung auf die Schwerpunkte des Baeschlin-Verlages hin. Im Zentrum stehen Bilderbücher und Themen, die das Glarnerland betreffen, ein Buch, wie jenes von Verena Beerli hat einen verdienten Platz, da – dessen ist sich Gaby Ferndriger sicher – Themen mit therapeutischen Geschichten, wie sie die Buchautorin aufgegriffen hat, oft Erwähnung finden müssen. Zu danken hatte sie allen, die das Zustandekommen des Buches finanziell unterstützt hatten. Nun bleibe zu hoffen, dass das Buch auch in Deutschland auf Interesse stosse – deshalb seien gewisse Erläuterungen notwendig gewesen.

Bevor Verena Beerli mit dem auszugsweisen Lesen von drei Geschichten begann, kam sie auf den Entstehungsprozess zu reden. Rund zwei Jahre habe das gedauert, zuweilen habe sie ans Aufgeben gedacht. Oft sei sie vor allem von ihrer Lektorin und zuweilen von den mit dem Durchlesen beauftragten Personen zum Weitermachen ermutigt worden.

Dann kam es zur ersten Geschichte, deren Titel «Der krumme Baum» ist. Sie handelt von einem jungen und einem älteren Baum, die nebeneinander emporwachsen. Ein Sturm fällt den grösseren der beiden Bäume. Er fällt exakt auf den kleineren, der stehen bleibt, stützt, aufmuntert. Verena Beerli haucht den Bäumen, an anderen Stellen auch den Tieren, Leben ein, lässt sie Unterhaltungen führen, wie es in Familien-, Paar- und Selbstgesprächen der Fall sein kann. Es sind dann einige Irrungen und Wirrungen, bis alles gut kommt.

Es wurde wenig später von der «Katze im Haselbusch» und der verletzlichen Nina gelesen.

Die Angst und das Misstrauen der Katze legen sich, Ninas Zorn auf persönlich Erlebtes schwindet. Alles kehrt sich ins Positive.

zu erfahren und lernen hat, wie es im Rudel zu- und hergeht, was Aufpassen, Miteinander, Rücksichtnahme, Verantwortungsgefühl und Selbstständigkeit bedeuten, wie beschwerlich der Weg aus der Jugend ins Erwachsenenleben mitunter ist. Ihn erfreut beispielsweise das enorm fröhliche Pfeifen eines kleinen Vogels, das macht ihm Mut, aus dem Alleinsein wieder zu Gruppe zu stossen.

Verena Beerli schreibt sehr detailgetreu, bezieht alles Wesentliche ein. Es besteht zuweilen nicht viel Raum, eigene Gedanken einzubringen. Stets sind viele Gefühle der Betroffenen erfasst, auf dem Weg zum jeweils guten Abschluss eines Geschehens.

Catherine Fritsche, Musiktherapeutin, improvisierte zu den gelesenen Inhalten so einfühlend kunstvoll eigenwillig und willkommen abwechslungsreich. Man hörte ihr gerne zu und freute sich an den Illustrationen, die Michael Krafft mit viel Hingabe und Geschick geschaffen hatte.

Und nach dem Zuhören ergab sich die Gelegenheit zum Gedankenaustausch und Verweilen. Man wurde riesig verwöhnt und genoss die Gastfreundschaft, umgeben von riesig vielen Büchern, deren Durchblättern man sich schon mal vormerkte.