Schachspieler haben wenig mit Tieren gemeinsam, doch die erste Mannschaft des Schachklubs Glarus wechselte in den letzten Saisons dermassen amphibisch zwischen der 2. und der 3. Liga, dass auch der Schreibende gelegentlich den Überblick verliert und sich mit tierischen Metaphern aushelfen muss. Die Glarner Schächler sind schwer festzulegen, mal schweben sie, Vögeln gleich, im Zweitliga-Himmel, dann tauchen sie wieder in eine „Fisch-Saison“ in der dritten Liga.
Ebenbürtige Teams – klare Resultate
Winterthur 6 reiste mit einer starken Mannschaft nach Glarus. Wenig überraschend gestalteten sich die Partien zunächst sehr ausgeglichen, und das erste Resultat deutete eine knappe Entscheidung an. Martin Dürst remisierte nach gut zwei Stunden Spielzeit und setzte den Zählerstand taktisch geschickt auf einen halben Punkt ein. Der Kampf ging weiter, und allmählich verschob sich das Gleichgewicht auf den Brettern. Nach langer Belagerung knackte Oswald Bürgi die Festung des gegnerischen Königs und brachte Glarus in Führung. Plötzlich wurde es hektisch. Werner Zilteners Gegenspieler reklamierte Zeitüberschreitung – zu Unrecht, wie sich nach der Rekonstruktion herausstellte. Werner Ziltener buchte kurz darauf den zweiten Sieg für Glarus, da sein Gegner die hoffnungslose Stellung aufgab.
Alles läuft für Glarus
Nun waren die Glarner richtig warmgelaufen. Martin Jenny erhöhte am ersten Brett das Tempo und liess Ingo Klaus im Endspiel keine Chance. Peter Fuchs, 2009 der erfolgreichste Glarner Punktesammler, verwertete seine Vorteile mit grosser Sicherheit und brachte Glarus sogar mit 4.5:0.5 in Front. Für Winterthur kam es noch schlimmer. Rolf Danz, der nach einer langen Druckphase zwei Bauern verloren hatte, kämpfte unentwegt weiter und wurde für seinen Einsatz unverhofft belohnt: Peter Karrer, der erfahrene Winterthurer Mannschaftsleiter, vergass die Uhr und überschritt die Bedenkzeit. Noch ein Punkt für Glarus; mit einem veritablen Kantersieg verabschiedet sich der Schachklub Glarus von der dritten Liga.
Weder Fisch noch Vogel, sondern...
Mit dem sofortigen Wiederaufstieg hat Glarus das Saisonziel eindeutig erreicht. Vielleicht bleiben die Glarner auch in den kommenden Saisons „weder Fisch noch Vogel“. Das Kader ist auf jeden Fall zweitligafähig, aber es bleibt schmal. Vielleicht ist auch das Bild mit Fisch und Vogel sowieso falsch und die Glarner besinnen sich auf die Qualitäten des Bibers, der (wie Schachspieler) mit Holz einiges anfangen kann und sich sowohl ober- wie auch unterhalb der Wasserlinie wohl fühlt. Womit sich die Frage nach der „richtigen“ Ligazugehörigkeit um ein gehöriges Stück relativiert.
Jonglage trifft Rock - Gianni & I Ginghiali feiern Plattentaufe



