Vorsicht nicht nur beim Fussgängerstreifen

Die Verkehrsinstruktoren der Kantonspolizei Glarus besuchten zum Start des neuen Schuljahres die Kindergärten im Glarnerland. Neben dem Fussgängerstreifen weisen sie die Kinder dabei auch auf weitere Gefahren auf dem Schulweg hin.




Kinder nehmen ihre Umgebung, und hier vor allem den Strassenverkehr anders wahr, als Erwachsene. So können sie schwieriger Geschwindigkeit sowie Entfernung von Fahrzeugen abschätzen und durch ihre geringere Körpergrösse haben sie eine geringere Übersicht, sind aber dadurch auch schwerer selber zu sehen. Ein eindrückliches Beispiel konnte Polizist Markus Fritschi den Jungs und Mädchen von Kindergärtnerin Bettina Landolt in Näfels zeigen. Auf ihrem Weg zur Hauptstrasse kamen sie auch an einem Parkplatz vorbei, wo gerade ein Fahrzeug rückwärts herausfahren will. Hier zeigte sich, dass einige Kinder kleiner sind als das Rückfenster. «Wenn ihr also genau hinter dem Auto steht, kann euch der Fahrer nicht sehen.»

Aufmerksam und konzentriert auf der Strasse


Auch auf weitere gefährliche Situationen weist der Polizist hin. «Wenn kein Trottoir vorhanden ist, immer ganz am Rand gehen, und niemals rennen», sind einige der Grundregeln. Was beim Überqueren der Strasse zu beachten ist, hat vorher Fritschi im Kindergarten nochmals geübt. Seit diesem Jahr besucht Fritschi zusammen mit Christian Eggenberger, Verkehrsinstruktor Kantonspolizei Glarus, die Kindergärten im gesamten Glarnerland, um die Schulanfänger bei ihrem Verhalten im Strassenverkehr zu unterstützen. «Wartä, luegä, losä, laufä» ist der langjährige Grundsatz, den die Kinder zuerst im Klassenzimmer und dann direkt auf der Strasse anwenden sollen. «Dabei sagen wir ihnen, dass sie erst laufen sollen, wenn auf beiden Seiten die Fahrzeuge stehen.» Genau wie es auch die Aktion «Rad steht – Kind geht» besagt. Für die Lenkerinnen und Lenker bedeute dies mehr Geduld zu zeigen. Während die meisten Erwachsenen schon die Strasse überqueren, wenn eines der Fahrzeuge noch weit entfernt ist, sollen die Kinder vorschnelles Handeln vermeiden. «Lieber einmal länger warten, als einmal zu schnell auf die Strasse.»

Fahrzeuglenker achten sich auch


Grundsätzlich könne man hier den Erwachsenen aber ein Kränzchen winden, meinte dazu Eggenberger. Nicht nur während der Aktion auch sonst hätten sie ein besonderes Auge für die jüngsten Teilnehmer im Strassenverkehr. «Zum Glück für alle, gibt es nur sehr selten Unfälle mit Kindern im Glarnerland; aber jeder ist ein Schicksalsschlag.» Dass es nicht so weit kommt, hat der TCS auch in diesem Jahr Hunderte Sicherheitswesten und -gürtel verteilt, damit die Kinder im Allgemeinen und vor allem in der dunkleren Jahreszeit besser zu sehen sind. Auch dies zeigen die Polizisten im abgedunkelten Raum und mit einer Taschenlampe. Da sich die Kinder sehr gut auf dem kleinen Rundgang verhalten haben, durften sie als Belohnung zum Abschluss des Besuchs von Eggenberger und Fritschi einen Blick in den Einsatzwagen der Polizei werfen.

*Jürg Huber ist Kommunikationsbeauftragter der TCS Sektion Glarus.