Höhepunkt des Vormittags war der feierliche Gottesdienst in der Klosterkirche. Die vereinigten Glarner Kirchenchöre, unter der Leitung von Hermann Mathis, verliehen der Feier mit der Tambling-Messe einen besonderen Glanz.
In der Predigt stand eine Spezialität aus der Heimat im Mittelpunkt: die Glarner Pastete. Sie wurde zum anschaulichen Bild für das Leben und den Glauben. Die süsse Mandelfüllung und das säuerliche Zwetschgenmus erinnern daran, dass das Leben sowohl schöne als auch schwierige Seiten kennt. Freude und Leid, Erfolg und Enttäuschung gehören untrennbar zusammen. Doch wie der Blätterteig die verschiedenen Zutaten zu einer schmackhaften Einheit verbindet, so hält auch Gott unser Leben zusammen. Seine Güte umgibt die Menschen und schenkt Halt, selbst wenn nicht alles gelingt.
Unter den zahlreichen Teilnehmenden befanden sich auch Landammann Markus Heer, Regierungsrat Thomas Tschudi sowie Ratsschreiber Arpad Baranyi, die mit ihrer Anwesenheit die Verbundenheit von Kirche und Kanton unterstrichen. Vom Kantonalen Kirchenrat war der Vorsitzende Magnus Oeschger präsent.
Am Nachmittag bot sich Gelegenheit, den Glauben auf unterschiedliche Weise zu vertiefen. Viele nutzten das herrliche Wetter für den Kreuzweg im Freien, während andere die Stille und Kühle der Klosterkirche bei einer Andacht suchten.
Einen besonderen Abschluss bildete die Audienz bei Abt Urban Federer. Mit grosser Anschaulichkeit schilderte er die bewegte Geschichte des Klosters Einsiedeln. Vor rund 500 Jahren habe das Benediktinerkloster vor dem Aus gestanden: Zeitweise lebte nur noch der Abt im Kloster. Erst auf Initiative des Standes Schwyz wurden vier Mönche aus dem ehemaligen Kloster St. Gallen nach Einsiedeln berufen. Mit ihnen begann ein neuer Aufbruch, der das Kloster bis heute prägt.
Abt Urban schlug den Bogen von der Geschichte in die Zukunft und stellte die Frage: Wie sieht es in 500 Jahren aus? Entscheidend sei, ob es gelinge, offen für die junge Generation zu bleiben und ihr Raum zu geben, die Geschichte von Kirche und Glauben weiterzuschreiben.
Den würdigen Schlusspunkt der Wallfahrt bildeten die gemeinsame Vesper und der feierliche Segen für das Glarnerland. Mit bereichernden Eindrücken, zahlreichen Begegnungen und gestärktem Glauben traten die Pilgerinnen und Pilger die Heimreise an.




