Markus Schnyder stellte die Frage: Was bedeutet Heimat? – und zeigte auf, wie unterschiedlich diese beantwortet werden kann. Befinde er sich in der Region, sei für ihn Heimat selbstverständlich Oberurnen. In der Westschweiz spreche er vom Glarnerland, und im Ausland sei für ihn – wie für viele – die ganze Schweiz Heimat. Je weiter man sich geografisch von der Schweiz entferne, desto umfassender werde der Begriff Heimat gespannt. All die Geplänkel zwischen Oberurnern und Niederurnen oder zwischen verschiedenen Kantonen verlieren an Bedeutung – wir alle sind dann einfach: Schweizerinnen und Schweizer.
Die Schweiz ist ein besonderes Land. Einer von drei Staaten auf der Welt, die keine Hauptstadt haben – denn keine Stadt soll sich über eine andere erheben. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck unseres Gleichgewichts, unseres Respekts füreinander.
Vor über 175 Jahren, nach dem letzten bewaffneten Konflikt auf Schweizer Boden – dem Sonderbundskrieg –, wagten die Eidgenossen einen mutigen Schritt. 1848 entstand unsere neue Bundesverfassung, gegründet auf dem alten Bundesbrief. Damit legten unsere Vorfahren den Grundstein für ein politisches System, das bis heute weltweit einzigartig ist. Drei Pfeiler tragen unser Land: Die direkte Demokratie – das Volk ist der oberste Souverän -, die Neutralität und der Föderalismus. Unser Staat ist von unten nach oben gewachsen: von den Gemeinden, zu den Kantonen, hin zum Bund. Diese Ordnung gibt uns Stabilität, Nähe zur Bevölkerung und ein starkes Fundament.
Wir dürfen stolz sein, Schweizerinnen und Schweizer zu sein, stolz, Oberurnerinnen und Oberurner zu sein – und auch stolz darauf, das Getränk nicht ganz auszutrinken, wie Markus Schnyder mit Hinblick auf den Ruf der Oberurner mit einem Augenzwinkern meinte.
Denn dieser Stolz ist kein lauter, sondern ein leiser, bescheidener Stolz – getragen von Dankbarkeit, Freude und Zuversicht.








