Was bewegt den Tourismus von morgen?

Beim Forum für Tourismus und Freizeit, zu welchem VISIT Glarnerland ins Sportzentrum Kerenzerberg eingeladen hatte, stand «Die Destination Glarnerland» im Fokus. Stefan Forster, Professor für Tourismus und Nachhaltigkeit am Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), äusserste sich dezidiert zum Thema Zukunft Tourismus/Destinationsmanagement. Dazu kamen moderierte Diskussionsrunden in drei Gruppen und zu jeweils drei Themen, inkl. Zusammenfassung im Plenum. Als Presenting Partner zeichnete die Glarner Kantonalbank.



VISIT Glarnerland hat eingeladen – und sehr viel kamen (Bilder: willi baumgartner)
VISIT Glarnerland hat eingeladen – und sehr viel kamen (Bilder: willi baumgartner)

Die sommerlichen Temperaturen wiesen exakt in Richtung Ferien. Aber ein Zurücklehnen und Geniessen gab es für die Teilnehmer am 8. sehr gut besuchten Forum nicht. «Auch wenn wir im Kanton mit nur einer Tourismusregion eine hervorragende Ausgangslage in der Branche haben, braucht es immer wieder Mut. Mutige Entscheide, egal ob positiv oder negativ, Mut, die Lage zu analysieren, Mut zum Mitschaffen», so Manuel Rickenbach, VR-Präsident von VISIT Glarnerland, in seinen Eröffnungsworten. Janina Schiesser, Geschäftsleiterin VISIT Glarnerland, streifte in ihren Ausführungen einige Punkte wie etwa Marketing, Positionierung, Impulsprogramm Hotellerie (Bettenauslastung 30%) oder das neue Design Glarnerlandmagazin usw. Besonders erwähnenswert die GlarnerlandPass-App als digitaler Reisebegleiter für grenzenlose Erlebnisse und mit einer Akzeptanz von bereits 70%. Interessant daraus zwei Zahlen: bereits sind 179 365 Übernachtungsgäste dort registriert und 53 425 haben das Drehkreuz der Braunwaldbahnen passiert.

Fluch oder Segen?

«Der Tourismus steht für attraktive Lebensräume und boomt (Zahlen wie vor Corona). Aber er muss sich auch um die Nachhaltigkeit kümmern, mit dauerhaften Ressourcen und gewinnbringend».
In seinem hochkarätigen Impulsreferat warf Prof. Stefan Forster einen interessanten Blick in die Zukunft des Tourismus. Gleichzeitig appellierte er auch für Lebensraum-Perspektiven (Destinations-Management 4.0), wo Kooperationen gefördert werden sollen, aber auch eine Differenzierung entsteht. «Unsere Region hat mit der Dachorganisation VISIT Glarnerland bereits einen Meilenstein gesetzt».

Von der Theorie zur Praxis

Im zweiten Teil des Forums schlug die Veranstaltung eine Brücke, der Dialog rückte ins Zentrum, moderierte aber auch motivierte Diskussionsrunden in je drei Gruppen und mit den Themen «Hotellerie im Glarnerland» (Hannes Hochueli), «Nachhaltigkeit» (Jasmin Schläpfer und Larissa Marthy) sowie «Attraktivität und Zukunft Glarnerland als Destination» (Janina Schiesser und Sandra Green).
Die Präsentation der vielfältigsten Ansatzpunkte hat klar aufgezeigt, dass wohl kritische Hinterfragungen wie auch tolle Ideen da sind, deren Umsetzung aber noch mit viel Arbeit verbunden ist.

Nach dem offiziellen Schlusswort von Regierungsrätin Marianne Lienhard ging das Forum fliessend in den gemütlichen Teil über. Der von VISIT Glarnerland offerierte Apéro bot Raum für vertiefte Gespräche und neue Kontakte, erneut musikalisch begleitet vom Duo Lanik & Martin Lehmann.