Was braucht es, um erfolgreiche Sportler/-innen zu produzieren?

Liana Trümpi, amtierende Schweizermeisterin im Siebenkampf, Werner Zurbuchen, Chef Nachwuchs bei Swiss Ski und Urs Winteler, ehemaliger NLA-Spieler und -Trainer, Sportlehrer, Spitzensporttrainer und J&S-Experte im Volleyball, diskutierten unter der Leitung der ehemaligen SRF-Moderatorin Regula Späni, zwölffache Schweizermeisterin im Schwimmen, beim achten Glarner Sportforum die Thematik «Talent trifft System» – wie kommt der Erfolg?



Urs Winteler, Liana Trümpi, Werner Zurbuchen sind sich einig: Talent allein genügt nicht (Bilder: willi baumgartner)
Urs Winteler, Liana Trümpi, Werner Zurbuchen sind sich einig: Talent allein genügt nicht (Bilder: willi baumgartner)

Dem Dachverband Sportglarnerland.ch gelingt es immer wieder, namhafte Sportler, Trainer, Betreuer für das Sportforum nach Glarus zu bringen. Dieses Mal war der Anlass in der Aula der Kantonsschule Glarus der Thematik «Talent trifft System» gewidmet, aus den Blickwinkeln des Skisports, der Leichtathletik und des Volleyballs. Als Grundlage zu späteren Erfolgen national oder international dienen die Basisarbeiten in den kantonalen Vereinen und den Sportverbänden, wo der Funke springen muss, um dann das Feuer zu entfachen, welches es braucht.

Nachwuchsförderung – ein vielschichtiges System

Das Rahmenkonzept FTEM Schweiz wird von öffentlichen und privaten Akteuren (Bundesamt für Sport Baspo, welches für die optimalen Rahmenbedingungen sorgt) und Swiss Olympic (welches für die optimale Nachwuchsförderung zeichnet) gesteuert und bildet die gemeinsame Grundlage, die Sportförderung zu koordinieren und Athletinnen und Athleten von der Grundausbildung bis hin zum Spitzensportler zu begleiten.

Talent allein reicht nicht

Talent –die Fähigkeit, eine Fertigkeit auf hohem Niveau auszuführen. Manche haben es im Überfluss, andere weniger. Aber ein Talent macht es nicht unbedingt zum Gewinner.
Aus allen Voten der Protagonisten war klar, dass Talent allein nie zum Erfolg führen kann. Dazu sind auch noch Grundlagen wie Wille, Glück (zur rechten Zeit am rechten Ort), Strukturen, harte Arbeit, Winnermentalität, Sozialkompetenz, Trainer, Sportschulen, Sportförderung aber auch das Elternhaus nötig. Denn schlussendlich schaffen nur die Besten den Durchbruch zur nationalen Spitze und danach auch den Anschluss an die Elite.
Was aber in allen Sportarten ebenso wichtig ist, sind die entsprechenden Strukturen. Dass dabei der Schweiz. Skiverband von unten bis ganz oben eine Vorreiterrolle inne hat, musste neidlos anerkannt werden. Aber auch dort kann nicht auf den Lorbeeren ausgeruht werden, die Infrastruktur müsste noch mehr ausgebaut und es sollten noch mehr Trainingspisten zur Verfügung stehen.

Alles unter einen Hut bringen

Egal ob bei Liana Trümpi, Werner Zurbuchen oder Urs Winteler besteht bei einem möglichen Spitzenathleten die grosse Herausforderung, alles unter einen Hut zu bringen. Also z.B Studium/Schule, Planung, Training und Zielstrebigkeit so miteinander zu koordinieren, dass die Freude am Tun nicht verloren geht, obwohl je nach Sportart auch die Unterstützung (Regeneration, Ernährung, Medizin, Geld) nicht überall gleich hoch ist.
«Der Sport ist die beste Lebensschule», so Landammann Kaspar Becker «und die Geldbeschaffung in dieser eher schwierigen Zeit ein grosses Thema ist. Aber auch der Egoismus in der Gesellschaft und die Schwierigkeit, aufeinander zuzugehen, darf dabei nicht ausser Acht gelassen werden».