«Was sind schon 10 Jahre in der Erdgeschichte?»

10 Jahre ist es her, dass die Tektonikarena Sardona ins UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen wurde. Was in der geologischen Geschichte der Region kaum ein Augenzwinkern ist, war für die involvierten Personen durchaus ein Grund zum Feiern. Unter anderem mit einer Feier letzten Freitag in Glarus.




Die Tektonikarena Sardona ist das beste Beispiel für den Prozess der Gebirgsbildung, welche mehrere Millionen Jahre gedauert hat. Die Zeitspanne, welche es benötigte, bis das Gebiet in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen wurde, ist zwar für das Gestein selber kaum ein Wimpernschlag, für die beteiligten Personen ein langer und eine langwierige Aufgabe. Dies schilderte unter anderem auch Professor Adrian Pfiffner an der Jubiläumsfeier am letzten Freitag in Glarus. «Es ist nun rund 20 Jahre her, als wir mit dem Projekt Naturerbe gestartet sind.» Während der Erstellung des Dossiers konnte die Gruppe auf die starke Unterstützung der Gemeinden, der drei Kantone und des Bundes zählen. «Eine Zusammenarbeit, die heute wohl kaum mehr möglich wäre», räumte dazu der Präsident der IG Tektonikarena Sardona Fritz Marti ein. Damals konnte man dank dieses Engagements 2004 einen ersten Antrag einreichen, der aber vom vorberatenden Komitee kritisch aufgenommen wurde. «Statt nur der Glarner Hauptüberschiebung als Paradebeispiel sollte ein grösserer Bereich der Alpenbildung eingebunden werden», erzählte Pfiffner weiter. Die «Arena» hatte dann tatsächlich im Februar 2008 Erfolg und wurde aufgenommen. In diesen nun vergangenen zehn Jahren wurde einiges unternommen, um die geologische Einzigartigkeit der Öffentlichkeit bekannt zu machen, das Gebiet aber auch für die Zukunft zu erhalten. Ein kleines Beispiel dafür konnten die geladenen Gäste gleich selber in Augenschein nehmen. An das Naturzentrum Glarnerland im Bahnhof Glarus ist nämlich auch eines der Besucherzentren der Tektonikarena Sardona eingebunden. Die jährlich wechselnde Ausstellung widmet sich im Jubiläumsjahr ganz und gar dem Welterbe. In verschiedenen Stationen können alle Altersklassen die Entstehung der Berge selber erfahren.

Auch wenn im letzten Jahrzehnt schon viel passiert ist, wünschten die Regierungsräte Kaspar Becker (Glarus), Martin Jäger (Graubünden) und Bruno Davan (St. Gallen) dem Jubilar einen verstärkten Bekanntheitsgrad, zu dem auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Region als Botschafter aus erster Hand sicher ihren Teil beitragen könnten. «Wir wollen hier aber sicher kein Disneyland, sondern einen nachhaltigen und naturnahen Tourismus», schloss Marti seine Ausführungen.