Wechselhaftes Skiweekend

Allwettertauglichkeit war eine gute Voraussetzung am traditionellen Skiwochenende des MTV Ennenda auf der Lenzerheide.




Tief hingen die Wolken über dem Glärnisch als sich kurz vor sieben Uhr die 16 Turner auf den Weg zur Casa Fadail, der Unterkunft auf der Lenzerheide, machten. Geeignete Parkplätze rund um das Jugendferienheim waren nach gängigem Verständnis Mangelware, aber Gastgeberin Manuela versicherte «nur nah aufschliessen, da muss keiner raus vor morgen früh». So standen sie denn, dicht an dicht und dazwischen eingepfercht die Turnerschar beim Tenuewechsel unter freiem Himmel. Nicht mal eine Kaffeepause war vom Organisator angedacht. Der Grund für die Eile: Durch die graue Nebeldecke schimmerte ein blauer Fleck, der die Hoffnung auf einen sonnigen Skitag weckte. Auch wenn die erste Abfahrt noch unter diffusen Sichtverhältnissen unter die Bretter genommen wurde, die Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Die wirklich Schnellen fanden sich in der Gruppo sportivo, welche gefühlt, alle Pisten und Bahnen bis Arosa «abarbeitete», die weniger Ambitionierten fanden in der Gruppo tranquillo Unterschlupf. Einige Sonnenanbeter bildeten die Gruppo buongustaio, sie pflegte die Kameradschaft am Nachmittag mit Spiel und Spass an einem windgeschützten Plätzchen. Mittelprächtiger Regen begleitete die letzte Abfahrt ebenso wie der Gang zum Apéro ins benachbarte Pub und zurück in die Unterkunft zum feinen Nachtessen.

Der Sonntagmorgen brachte in verschiedener Hinsicht Ernüchterung. Wer dachte, nomen est omen und das «Jugendferienheim» könnte verbrauchte Energien und etwas jugendliche Frische in die geschundenen Knochen bringen, sah sich bitter enttäuscht. Schälten sich, voran die gesetzteren Semester, mühsam aus der oberen Etage der Kajütenbetten, mussten Kameraden mit Körpergrössen länger als das Bett, erst mal aus der Verkeilung befreit werden. Glücklich wer nicht zu dieser Spezies gehörte? Mitnichten, der kam bestimmt in den Genuss eines geräuschvoll schlafenden Kollegen.

Der nicht wirklich ermutigende Blick aus dem Fenster zeigte Grau in Grau, da war das feine Frühstück (der selbstgebackene Zopf war einmalig) ein willkommener Lichtblick. Dem Hochnebel zum Trotz wurden die Ski nochmals angeschnallt. Die Windböen auf dem Stätzerhorn vereitelten beinah das obligate Gruppenbild. Bescheidene Sichtverhältnisse bewogen die weniger Mutigen das Skifahren gegen einen gemütlichen Jass an der Wärme zu tauschen. Angesagt war der «Schlager». Eine Variante, die ausser dem Vorschlagenden keiner kannte. Das Erklären der Spiel- und Zählweise dauerte länger als das Spiel, was natürlich der Komplexität und nicht der Begriffsstutzigkeit der Teilnehmer geschuldet war. Fazit: Auf den «Schlager» wird am Skiwochenende künftig verzichtet oder Interessenten rücken bereits am Freitag ins Trainingslager ein, damit es bis Sonntagmittag klappt ...