Wer die Wahl hat, hat die Qual. Dies dürfte gerade bei der anstehenden Ständeratsersatzwahl vom 18. Mai sehr zutreffend sein. Dies stellte auch der Podiumsleiter an der am letzten Donnerstag stattgefundenen Veranstaltung im Landratssaal fest. «Es dürfte kaum jemals der Fall gewesen sein, dass gleich sieben Kandidaten für einen Sitz im Stöckli antreten.» Und auch bei vielen Themen zeigten Werner Hösli (SVP), Franz Landolt (GLP), Markus Landolt (parteilos), Martin Leutenegger (parteilos), Stefan Müller (CVP), Hansjürg Rhyner (parteilos) sowie Karl Stadler (Grüne) ähnliche Ansichten. So sehen alle Kandidaten das Amt im Ständerat vor allem als Vertretung des Kantons in Bundesbern. «Im Ständerat muss man nicht nur für den Kanton, sondern auch für den Staat Schweiz eintreten», räumte hier Karl Stadler ein.
NFA als primäre Aufgabe
Auch mit dem Finanzausgleich orteten die sieben das wichtigste Anliegen für den Kanton am gleichen Ort. «Hier erhält der Kanton gleich viele Mittel wie aus den Steuereinnahmen. Der NFA ist deshalb von essenzieller Bedeutung für uns», erklärte Martin Leutenegger. Auch die weiteren Kandidaten sprachen sich für den Erhalt der bisherigen Praxis aus. Hansjürg Rhnyer meinte dazu auch noch, dass es das Ziel für den Kanton sein müsse, sich von einem Nehmer- zu einem Geberkanton entwickeln zu können. Markus Landolt brachte zusätzlich die Möglichkeit ins Spiel, eine dritte Kategorie zu schaffen. «Neben Geber- und Nehmerkantonen sollte es in der Mitte auch Kantone geben, die weder Abgaben leisten müssen noch Unterstützung erhalten.» Stadler brachte hier noch den Steuerwettbewerb ins Spiel. «Es ist verständlich, wenn sich Geberkantone ärgern, dass dank ihren Abgaben Nehmerkantone ihre Steuern senken können.» Dies wäre aus seiner Sicht ein Aspekt, der auch genauer betrachtet werden müsste.
Wie weiter auf der Strasse?
Auch der Verkehr ist für alle Kandidaten ein weiteres wichtiges Thema. «Beim öffentlichen Verkehr vor allem der Bahn sind wir jetzt schon gut aufgestellt. Nun müssen wir das Problem auf der Strasse so schnell wie möglich lösen», dazu Rhyner. Auch für Stefan Müller sei es wichtig, dass der Netzbeschluss schnell weitergeführt wird. «Nach dem Nein für die Autobahnvignette muss nun geklärt werden, wie es weiter geht.» Auch Werner Hösli betonte, wie wichtig die Umfahrungen gerade für die Entwicklung von Glarus Süd ist. Für Franz Landolt ist ein nicht nur für das Glarnerland wichtige Thema die Energiepolitik. «Neben der Behandlung des Wasserzinses, geht es hier auch um gute Rahmenbedingungen für weitere alternative Energien.» Auch für Martin Leutenegger ist die Energiepolitik ein wichtiges Thema, vor allem muss die Wasserkraft weiter gestärkt werden. Dies konnte Werner Hösli nur unterstützen. Für Karl Stadler sei die Raumplanung ein wichtiger Aspekt in den kommenden Jahren. Für Werner Hösli sei ein weiteres Anliegen, die überwuchernde Bürokratie, so zum Beispiel im gesundheitlichen Umfeld, nicht weiter ausbreiten zu lassen, eher wenn möglich, einfachere Wege anzustreben.
Zu welcher Fraktion?
In der angeregten Diskussion wurden die Parteilosen zudem gefragt, welcher Fraktion sie sich in Bern anschliessen werden. Für Martin Leutenegger und Hansjürg Rhyner mit ihrem langjährigen politischen Hintergrund sei dies klar die FDP. Markus Landolt möchte dagegen zuerst das Gespräch mit den Fraktionen suchen, «um zu sehen, wer das beste Angebot macht.» Markus Landolt wurde zudem aus dem Zuschauerraum gefragt, warum er erst kürzlich seine Schriften wieder ins Glarnerland gewechselt hat. Seit einigen Jahren renoviere er sein Haus am Spielhof in Glarus sehr aufwendig und in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalsschutz. „ Ich verbrachte die allermeiste Zeit meines Lebens im Kanton Glarus, renoviere zurzeit aber mein Wohnhaus mitten in Glarus nach allen Regeln der Kunst. Weil es monatelang unbewohnbar war, musste ich eine passende Übergangslösung finden. Durch Zufall wurde mir kurzfristig auswärts eine leerstehende Wohnung angeboten, wo ich sofort provisorisch einziehen konnte. Ich meldete mich in Glarus pflichtgemäss ab und am neuen Wohnort an. Seit mehreren Wochen wohne ich nun wieder in den eigenen vier Wänden. Dabei verhehle ich nicht, dass ich wegen der Ständeratskandidatur meine stets geplante Rückkehr um 2-3 Wochen vorgezogen habe. Ich freue mich am renovierten Haus, dessen Arbeiten heute noch nicht vollendet sind. Und ich freue mich, in Glarus zu bleiben.“
Der zweite Wahlgang
Auch wenn sich alle Kandidaten an der Veranstaltung von einer guten und vor allem kompetenten Seite zeigen konnten, ist die Wahrscheinlichkeit für einen zweiten Wahlgang sehr gross. Aus diesem Grund stellte der Landratspräsident Kaspar Krieg die Abschlussfrage, ab welchem Rang eine weitere Kandidatur noch Sinn macht. Grundsätzlich – so die einhellige Meinung – müsse man sich ein Weiterzug ab dem vierten Rang gut überlegen. Wichtig hierbei seien aber auch die Abstände.
18. Open-Air-Kino Strandbad Mühlehorn «Verständigung»


