Weltklasse in Glarus

Wenn einer der grössten Orgelkünstler unserer Zeit in Glarus spielt, wie heisst es dann? Wäre Ludger Lohmann ein Sportler, wäre die Sache klar. Nun entfaltet sich seine Kunst nicht auf Rasen, Eis oder ovaler Bahn, sondern auf drei mal 58 Tasten. Trotzdem kann man dem Ereignis vom 28. Februar in der Stadtkirche nur mit einer Schlagzeile aus der Welt des Sports gerecht werden.



Einer der grössten Orgelkünstler unserer Zeit: Ludger Lohmann gastiert in Glarus. (Bild: zvg)
Einer der grössten Orgelkünstler unserer Zeit: Ludger Lohmann gastiert in Glarus. (Bild: zvg)

Mit Ludger Lohmann aus Stuttgart wird ohne Zweifel einer der grössten Organisten unserer Zeit zu Gast sein. Die Liste seiner Auszeichnungen und Tätigkeiten ist schwindellerregend, diejenige seiner Schülerschar eine Art "Who is who" der jüngeren europäischen Organistengilde. Bemerkenswert, dass Musiker dieses Kalibers die Einladung ins Glarnerland bereitwillig und mit Freude annehmen.
Bei Organisten ist es freilich so eine Sache mit der Berühmtheit. Ein selbstironisches Bonmot aus Norwegen meint, in diesem Land kursierten verschiedene Verzeichnisse weltberühmter Norweger, die ausserhalb von Norwegen kein Mensch kenne! Wer ausserhalb der Insiderzirkel kennt denn die berühmtesten Organisten unserer Zeit? Nun besteht also in Glarus Gelegenheit, sich ins Bild zu setzen: heutiges Orgelspiel vom Feinsten.
Das Programm ist an Geschlossenheit und Bedeutsamkeit kaum zu überbieten.
Den Beginn macht ein Schlüsselwerk der Orgelliteratur: die Passacaglia in c-moll von Bach. Der diesjährige Jubilar Robert Schumann (*1810) kommt mit seinen wunderbar poetisch-tiefgründigen Stücken für Pedalklavier zu Wort. Regers Introduktion, Passacaglia und Fuge in e-Moll schliesslich gehört zu den monumentalsten Orgelwerken überhaupt, ein symphonisches Fresko von überwältigender Reichhaltigkeit und Ausdruckstiefe, an dessen Intepretation sich nur die allergrössten Künstler wagen würfen - auf entsprechenden Instrumenten.