«Wenn dein starker Arm es will» – ein starkes und berührendes Buch

In passendem Ambiente im Hänggiturm in Ennenda, einstmals Stätte der florierenden Textilindustrie im Kanton Glarus und heutiges Anna-Göldi-Museum, benutzte die bekannte Historikerin und Schriftstellerin Dr. Nicole Billeter die Gelegenheit, ihr neuestes Buch «Wenn dein starker Arm es will» einer breiten Leserschaft vorzustellen.




In ihrem neuesten, romanhaft geschriebenen Buch «Wenn dein starker Arm es will» dreht die Historikerin und Schriftstellerin Dr. Nicole Billeter das Rad der Zeit zurück in das Jahr 1918, als ein Landesgeneralstreik die Schweiz in ihren Grundfesten erschütterte. Der Roman erzählt die Geschichte des Dienstmädchens Lina Reichmuth und des Fabrikpatrons Eduard Stucki, die im Sommer und Herbst 1918 in einen Strudel von Auseinandersetzungen geraten, der im Landesgeneralstreik endet. Der Alltag dieser zwei Lebenswelten steht sich diametral gegenüber und macht eine Kommunikation schwierig, denn auch in der Zürcher Landschaft fanden harte Auseinandersetzungen zwischen Arbeiterschaft und Fabrikherrschaft statt. Die in Richterswil wohnhafte Autorin zeigt in ihrem Roman eindrücklich und authentisch, wie in dieser sowieso schon konfliktreichen Zeit die Welten der beiden Protagonisten aufeinanderprallen.

Armut und Reichtum im Spannungsfeld verschiedener Interessen

Wir schreiben den Sommer 1918! Lina Reichmuth arbeitet als Dienstmädchen in einer Villa am linken Zürichsee Ufer. Bei einem zufälligen Treffen mit jungen Arbeitern wird ihr klar, wie sehr sie ausgenutzt wird und dass diese Ungerechtigkeit beendet werden kann, wenn die Betroffenen zusammenstehen. Patron Eduard Stucki führt seine Fabrik mit strenger Hand, aber zunehmend gerät sein Alltag aus dem Lot. Er kann nicht verstehen, warum die Arbeiter nun plötzlich mehr Rechte fordern. In dieser konfliktreichen Zeit prallen die Welten der beiden Hauptfiguren heftig aufeinander. Und sie fallen für immer auseinander, als der Landesgeneralstreik ausbricht. Der Roman stellt Sorgen und Nöte der Bewohnerinnen am Zürichsee dar und zeigt faktenreich den Alltag der Protagonistinnen. Ein berührender und spannender Roman, der die damalige Zeit und den Unterschied zwischen Armut und Reichtum aufwendigen Recherchen authentisch aufzeichnet und der die sozialen Unterschiede von damals in aller Deutlichkeit aufzeichnet.

Gern gesehener Gast im Glarnerland

Dr. Nicole Billeter (*1971) ist freischaffende Historikerin. Ihre Interessensgebiete sind die Alltagsgeschichten der Schweiz sowie regionale Themen mit Fokus auf die Zürichsee-Region und das Glarnerland. Historische Krimis schreibt sie ebenfalls mit grosser Freude. Als Referentin oder Stadtführerin macht Nicole Billeter Geschichte auch mündlich zugänglich. Als Stiftungsrätin im Stiftungsrat des Anna-Göldi-Museums ist sie mit dem Glarnerland und dessen Geschichte eng verbunden.