Wenn Engel reisen ...

Das diesjährige Skiwochenende führte die Turner des MTV Ennenda nach Malbun. Der Entscheid, nach den bescheidenen Pisten und Wetterbedingungen im Vorjahr, das Skiwochenende nochmals in Malbun zu verbringen, erwies sich als Volltreffer.



Bei frühlingshaften Temperaturen nahm die 16-köpfige Truppe, gestärkt mit backstubenfrischen Gipfeli, den Weg unter die Räder. Wer nun glaubte, jeder findet den Weg im zweiten Anlauf ohne Navi, irrt. Mindestens ein verträumter verpasste die Abzweigung in Triesen, während ein anderer behauptete, absichtlich eine alternative Route gefahren zu sein. Wie auch immer, die Kaffeepause im Alpenhotel Vögeli, unserem Nachtlager, war kurz. Zu sehr lockte der Schnee. Malbun präsentierte sich heute als, sprichwörtlich, weisse Arena. Der stahlblaue Himmel verlieh der tief verschneiten Landschaft ein klischeehaftes Postkarten-Image. Geniale Schneeverhältnisse, perfekt präparierte Pisten, garantierten Fahrspass bis am frühen Abend. Da wundert es nicht, dass selbst das Mittagessen im Sareis kurz ausfiel. Den Vorabend nutzten einige für einen Saunagang, andere lauschten den Erzählungen von Jakob Vögeli, einem gebürtigen Mühlehorner Grenzwächter. Vor 60 Jahren ausgewandert, hat er das Hotel aufgebaut und geniest es heute nur noch, Gast sein zu dürfen. Das ausgezeichnete Nachtessen rundete den grandiosen Tag ab, auch wenn die Pepperonisauce nicht jedem bekam. Selbst die Elch-Bar vermochte die seriösen Turner nicht zu Eskapaden verleiten. So kam es, dass noch vor der Geisterstunde Lichterlöschen ausgerufen wurde. Eben wie richtige Engel.

Der Föhn pfiff durch alle Ritzen, um die Bergspitzen tanzte aufgewirbelter Schnee, als die ausgeruhte Turnerschar die Augen öffnete. Das riss die Sportskanonen förmlich an den reich gedeckten Frühstückstisch. Die Pistenverhältnisse waren wiederum hervorragend. Intensiver Sport war angesagt. Nach kurzer Rast im Kitzbüchel bei Martha, führte der Weg über festgetretenen Schnee zurück auf die Piste. Im Schatten eines Hauses kam ein fieses Loch daher, das einige ins Straucheln brachte, einer stürzte kopfüber. Nicht dass die aufgeplatzte Lippe und ein paar andere blutenden Kratzer schlimm gewesen wären. Aber bekanntlich braucht der Geschädigte nicht für den Spott zu sorgen. Aufmunternde Bemerkungen wie «da wo du keine Pflaster hast, hast aber ganz schön Farbe angenommen» waren von der humaneren Sorte. Selbst das ausgezeichnete Mittagessen bei Martha (die hausgemachten Chäschnöpfli sind spitze) konnte die Lästermäuler nicht zum Schweigen bringen. Von wegen Engel!

Der immer stürmischer blasende Wind und aufkommende Müdigkeit begünstigten den Entscheid, das Skiwochenende etwas früher zu beenden. Die durchwegs zufriedenen Gesichter beim abschliessenden Kaffee mit Kuchen bestätigten: Es war wieder ein tolles Wochenende, geprägt von Kameradschaft und Zusammenhalt. Mit das Verdienst von Franz Alberti, der in gewohnter Manier alles bestens organisiert hat. Lust bekommen, unser Wochenende auch im Bild mitzuerleben? Dann besuch uns auf unserer Website www.mtvennenda.ch oder komm am Mittwoch um 20.00 Uhr in die Turnhalle Ennenda. Da gibts neben sportlicher Ertüchtigung noch so manches zum Schmunzeln.