Wenn Glarner Fische Taxi fahren

Künstliche Hindernisse verhindern, dass Fische natürlich wandern können. Damit bestimmte Fischarten nicht aussterben, müssen sie per Taxi transportiert werden.




Viele Fische müssen wandern, damit sie sich erfolgreich fortpflanzen können. Die Fischwanderung ist somit überlebenswichtig. Vielerorts wird die Wanderung aber durch künstliche Hindernisse erschwert oder gar verhindert. Um die Fische zu retten, werden diese mancherorts per Taxi flussauf- oder -abwärts transportiert. So z.B. zwischen Main und Rhein. Auch in Glarus werden Fische künstlich transportiert: jährlich werden Eier der Seeforelle nach Tierfehd gebracht, damit diese Fischart in der Linth nicht ausstirbt.

Natürlicherweise würde die Seeforelle selber vom Walensee nach Tierfehd schwimmen. Sie verhält sich diesbezüglich wie ein Lachs: Sie wandert vom See flussaufwärts und laicht in den Kiesgründen im oberen Teil des Flusslaufs. Dort schlüpfen die kleinen Fischlein aus den Eiern und wachsen zu Jungfischen heran. Diese wandern später flussabwärts bis zum See. Im See finden sie genügend Nahrung, um bis zur Geschlechtsreife heranzuwachsen. Die erwachsenen Seeforellen wandern dann wieder flussaufwärts zu ihrer Geburtsstätte.

Im Glarnerland ist das allerdings nicht so einfach. 38 Hindernisse versperren der Seeforelle den Weg zwischen Walensee und den Laichgründen im Tierfehd. Neben den Hindernissen gibt es auch Restwasserstrecken, die so wenig Wasser führen, dass die Seeforelle buchstäblich strandet. Für die Seeforelle endet die Wanderung deshalb meistens bereits bei Netstal.

Wie kann der Seeforelle geholfen werden? Soll man die Fische auch in ein Taxi laden und nach Tierfehd bringen, so wie das zwischen Main und Rhein gemacht wird? «Wir streben eine natürliche und dauerhafte Lösung an», meint Corina Geiger, Geschäftsführerin des WWF Glarus. «Die Fische sollen selbstständig die Linth hinaufwandern können». Der WWF Glarus startet deshalb das Projekt «Weg frei! Für Glarner Fische». Ziel des Projektes ist es, dass die Restwassertrecken und die Fischaufstiegs- und -abstiegshilfen für die Seeforellen besser passierbar sind.

Teil dieses Projektes ist das Fisch-Musical «BLUBB». Aufgeführt wird es am Samstag, 5. Mai 2018, um 11, 12 und 13 Uhr in der Gemeindehausstrasse in Glarus. Das sollte man nicht verpassen! Dauer: jeweils ca. 15 Minuten, Kosten: gratis.