Das Auftreten einer Tierseuche kann innerhalb kürzester Zeit weitreichende Folgen für Landwirtschaft, Tierbestände und Wirtschaft haben. Um in einer solchen Lage schnell, sicher und professionell handeln zu können, trainierte das Schnelle Einsatzelement Tödi (SET) des Zivilschutzes Glarus während eines Kadervorkurses sowie zweier Ausbildungstage intensiv den Einsatz in der Tierseuchenwehr.
Mit der Neuorganisation übernimmt das SET den Leistungsauftrag für die Tierseuchenwehr im Auftrag des Amtes für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit Graubünden (ALT). Während der Ausbildung wurden sowohl erfahrene Angehörige des Zivilschutzes als auch neue Einsatzkräfte auf ihre Aufgaben vorbereitet. Ziel war es, dass im Ernstfall alle Beteiligten dieselben Abläufe sicher und routiniert beherrschen.
Arbeiten unter strengen Schutzmassnahmen
Ausgangspunkt der Übung war der Aufbau eines Schadenplatzes, wie er bei einem tatsächlichen Tierseuchenfall eingerichtet würde. Das Gelände wurde dabei in verschiedene Sicherheitszonen unterteilt.
Die rote Zone markiert den eigentlichen Gefahrenbereich und darf – insbesondere bei auf den Menschen übertragbaren Tierseuchen – nur mit Vollschutzanzug und Filtermaske betreten werden. Die gelbe Zone dient als Arbeits- und Aufenthaltsbereich der Einsatzkräfte und bildet den Übergang zur grünen Zone, die als sauberer Bereich gilt.
Besondere Bedeutung kommt den Dekontaminationsschleusen zu. Bevor Personen, Material oder Fahrzeuge die kontaminierte Zone verlassen, müssen sie gründlich gereinigt werden. Diese Massnahmen verhindern, dass Krankheitserreger verschleppt werden.
Präzise Abläufe im Stall
Erst nach Abschluss aller Sicherheitsvorkehrungen begann die Arbeit im Stall. Die Einsatzkräfte misteten den Stall vollständig aus und entfernten grobe Verschmutzungen. Anschliessend wurden sämtliche Flächen mit Hochdruckreinigern gründlich gesäubert.
Im Ernstfall würde danach die vollständige Desinfektion erfolgen, um verbliebene Bakterien oder Viren abzutöten. Dieser Schritt wurde im praktischen Teil der Übung nicht durchgeführt, war jedoch Bestandteil der theoretischen Ausbildung.
Die Ausbildung machte deutlich, dass die Tierseuchenwehr weit über die Reinigung eines Stalls hinausgeht. Entscheidend sind klar definierte Abläufe, diszipliniertes Arbeiten und das konsequente Einhalten der Schutzmassnahmen.
Zusammenarbeit als entscheidender Faktor
Eine wirksame Bekämpfung von Tierseuchen setzt das enge Zusammenspiel aller Beteiligten voraus. Neben dem Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit und dem Zivilschutz spielen auch die betroffenen Landwirtschaftsbetriebe eine wichtige Rolle.
Für die Übung stellte Rudolf Schmid aus Glarus seinen Landwirtschaftsbetrieb zur Verfügung. Dank solcher praxisnahen Ausbildungsmöglichkeiten können die Einsatzkräfte realitätsnah trainieren und ihre Abläufe unter möglichst echten Bedingungen festigen.
Mit der abgeschlossenen Ausbildung hat das SET seine Einsatzbereitschaft im Bereich Tierseuchenwehr weiter ausgebaut. Im Ereignisfall soll es die zuständigen Behörden bei der Bekämpfung von Tierseuchen rasch und professionell unterstützen.




