Wenn wir einander helfen...

„Ich bin froh, dass es das gibt“, sagt Heidi Blesi. „Ich finde gut, dass es genutzt wird“, so Trudi Schoop. Beide sprechen von der Vermittlungsstelle „Senioren für Senioren“ der Pro Senectute Glarus.



Gemeinsam anpacken: Trudi Schopp hilft Heidi Blessi im Garten. (Bild: zvg)
Gemeinsam anpacken: Trudi Schopp hilft Heidi Blessi im Garten. (Bild: zvg)

Sie sitzen in der Küche von Heidi Blesis Haus, nachdem Trudi Schoop ihren Einsatz beendet hat. Blesi hat bei „Senioren für Senioren“ Unterstützung angefordert und deshalb hat Schoop im Garten beim Jäten geholfen, die Teppiche herausgehängt und gebürstet und mit dem Staubsauger den Boden gereinigt.

Blesi schätzt diese Hilfe sehr. „Meine Kräfte lassen nach, plötzlich ist man „so nüüt meh“. Ich mache noch soviel wie möglich selber, aber gewisse Arbeiten gehen einfach fast nicht mehr. Für grössere Gartenarbeiten, wie Büsche schneiden, bestelle ich den Gärtner, aber bei kleineren Dingen ist die Hilfe von „Senioren für Senioren“ enorm wertvoll. Frau Schoop habe ihr auch schon einen Saum gekürzt oder etwas geflickt und ein anderer Einsatzleistender von „Senioren für Senioren“ mache für sie Späne für den Kachelofen oder mähe den Rasen.“

Schoop leistet diese Einsätze, „weil ich einen Sinn dahinter sehe, auch für mich selber. Ich wollte nach der Pensionierung nicht in ein Loch fallen und noch etwas tun, das meine Zeit sinnvoll ausfüllt.“ Sie habe ältere Menschen sehr gern und mache gerne etwas für sie. „Ich sehe, wie dankbar und froh sie um die Unterstützung sind und wie sie strahlen, wenn man kommt. Die Einsätze sind sehr unterschiedlich, was mir gefällt: ich begleite ältere Menschen zum Arzt, letzthin habe ich für eine Frau einen Tisch von jemandem Dritten zu ihr ins Altersheim transportiert oder ich gehe einkaufen für einen älteren Menschen. Während zweieinhalb Jahren habe ich zweimal pro Woche für eine Frau, die ihre Hände kaum noch gebrauchen konnte, das Frühstück zubereitet und das Mittagessen vorgekocht. Das hat neben der Hilfe, die ich geleistet habe, eine sehr schöne, freundschaftliche Beziehung ergeben, die auch mich sehr bereichert hat. Nun ist die Frau leider gestorben. Manchmal fragt mich „Senioren für Senioren“ an, mit jemandem spazieren zu gehen. Doch das mache ich etwas weniger gerne, „ich schaffe lieber öppis“. Dann sage ich zum Auftrag eher nein, was wir als Einsatzleistende natürlich auch dürfen.“

Blesi betont, dass sie auch das Gespräch und den Austausch mit der einsatzleistenden Person schätze. „Ein paar Worte reden, das ist mir fast ebenso wichtig wie die getane Arbeit. Nachher bin ich wieder viel allein. Wir sitzen meist noch ein halbes Stündchen zusammen. Mir ist wichtig, dass diese Zeit ebenfalls auf dem Rapport aufgeschrieben wird.“ Blesi war beim Aufbau der Vermittlungsstelle „Senioren für Senioren „ selber aktiv dabei und jahrelang als Vermittlerin im Büro der Pro Senectute aktiv. Nun ist sie selber „Kundin“ des hilfreichen Angebotes für Seniorinnen und Senioren und möchte es nicht missen.