Wer selbst im Glashaus sitzt …

Im Zusammenhang mit dem zweiten Wahlgang um das Gemeindepräsidium in Glarus Nord ist in den letzten Tagen ein Ton angeschlagen worden, der befremdet. Insbesondere irritiert, dass sich nun auch ehemalige Gemeindepräsidenten öffentlich in den Wahlkampf einmischen und dabei dem amtierenden Gemeindepräsidenten mangelnde Führungserfahrung vorwerfen.



Wer selbst im Glashaus sitzt …

Gerade von Persönlichkeiten, die selbst einmal in dieser Verantwortung standen, hätte ich mehr Zurückhaltung erwartet. Wer ein solches Amt ausgeübt hat, weiss aus eigener Erfahrung, wie anspruchsvoll und komplex die Führung einer grossen Gemeinde wie Glarus Nord ist. Umso mehr sollte man sich bewusst sein, dass pauschale Kritik aus der zweiten Reihe dem politischen Klima wenig dient.

Hinzu kommt, dass auch die beiden Amtsinhaber während ihrer Zeit im Amt nicht unumstritten waren – was in der Politik völlig normal ist. Gerade deshalb gilt hier ein alter und sehr treffender Grundsatz: Wer selbst im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

Darüber hinaus hat politische Kultur auch etwas mit Stil und Klasse zu tun. Ehemalige Amtsträger haben eine besondere Rolle: Sie repräsentieren auch nach ihrer Amtszeit ein Stück der politischen Geschichte einer Gemeinde. Umso mehr wäre Zurückhaltung und ein gewisser Respekt gegenüber dem Amt angebracht gewesen – unabhängig davon, wen man persönlich unterstützt.

Der bevorstehende zweite Wahlgang verdient eine sachliche Auseinandersetzung über Inhalte, Leistungen und Perspektiven für unsere Gemeinde. Persönliche Abrechnungen oder nachträgliche Bewertungen aus der Vergangenheit tragen dazu wenig bei.

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Glarus Nord sind durchaus in der Lage, sich selbst ein Bild zu machen und aufgrund von Fakten zu entscheiden. Geben wir ihnen die Möglichkeit dazu – ohne unnötige Polemik.