Wer sind die drei Kandidaten, was sind die politischen und wirtschaftlichen Ziel die sie bei einer Wahl nach Bern für den Kanton verfolgen? Obwohl in den vergangenen Wochen und Tagen bereits viel darüber geschrieben wurde, möchte galrus24, in Anbetracht der grossen Bedeutung dieser wichtigen Wahl, nochmals kurz die drei Persönlichkeiten vorstellen.
Landrat René Brandenberger, Mollis (unabhängig)
Brandenberger ist Jahrgang 1950 und Vater von zwei Söhnen und zwei Töchtern. Von 1976 bis 1982 führte er in Näfels und seit 1982 in Mollis eine Praxis für Physiotherapie. Er war von 1998 bis 2002 und wieder seit 2006 Mitglied im Glarner Landrat. Er ist politisch unabhängig, würde sich aber bei einer Wahl der SVP Fraktion in Bern anschliessen. Ein vorrangiges Problem, welches nach raschmöglichster Lösung sucht, sei für ihn die Stärkung des Wirtschaftsraumes Schwanden. Hier dürfe keine Zeit mehr verloren gehen und er würde sich bei einer Wahl in Bern mit voller Kraft für die Anbindung vom Kantonshauptort Glarus an das Nationalstrassennetz einsetzen. Für ihn ebenfalls von grosser Bedeutung sei die Sanierung des Linthwerkes, was nach seiner Meinung keinesfalls nur ein lokales Problem sei. Bis 2003 lag die Aufsicht dieses Werkes direkt auf Bundesebene und er sehe nach wie vor den Bundesrat dafür verantwortlich. Aber auch für die Verwaltungsreform im Rahmen der Gemeindestrukturreform , ein kantonales Problem, würde er sich nach wie vor einsetzen.
Regierungsrat Pankraz Freitag, Haslen (FDP)
Freitag ist Jahrgang 1952 und Vater von zwei Söhnen und einer Tochter. Als diplomierter Mathematiker UNI/ZH war er als Kantonsschullehrer an der Kanti Glarus tätig. Nach vier Jahren im Landrat wurde er 1998 in den Regierungsrat gewählt wo er als kantonaler Baudirektor amtet. Seine Schwerpunkte seien zum einen die Finanzen. Hier seien weitere Steuersenkungen für den Standort Glarus dringend notwendig, ohne aber dadurch wichtige Zukunftsinvestitionen zu verhindern. Bezüglich Mobilität stehe für ihn die Umsetzung des kantonalen Mobilitätskonzeptes und damit Verbunden ein kommender Beschluss des Bundesparlamentes im Vordergrund. Bei einer Anbindung an das nationale Strassennetz würde der Bund die Kosten für die notwendigen Umfahrungen übernehmen. Im Zusammenhang mit Energie und Umwelt seien zur Zeit grosse Investitionen am Laufen oder in Vorbereitung. So nebst NESTIL das Projekt Linthal 2015 mit einer Investitionssumme von gut 1.3 Milliarden Franken. Bezüglich Wasserzinsen sei er persönlich an einem konkreten Vorstoss, zusammen mit den Gebirgskantonen im Ständerat, beteiligt. Die SVP wie auch die CVP des Kantons Glarus unterstützen Freitag in seiner Kandidatur.
Nationalrat Werner Marti, Sool (SP)
Marti ist mit Jahrgang 1957 der Jüngste der drei Kandidaten. Er ist Vater von drei Kindern und führt in Glarus eine Rechtsanwaltpraxis. Er war von 1986 bis 1990 Landrat und von 1990 bis 1998 Regierungsrat. Seit November 1991 vertritt er den Kanton Glarus im Nationalrat. Aus seiner Sicht benötige es für eine gute Positionierung eine Doppelstrategie und zusätzliche Massnahmen. Man müsse auf der einen Seite sehen, dass wir für unseren Kanton gleich lange Spiesse benötigen wie unsere „Konkurrenz“ aus dem Raum Zürich. Das bedeute, dass wir die Infrastrukturen bei der Bahn, der Post und der Swisscom nicht vernachlässigen. Bei der Bahn stehe die Zukunft auf dem Spiel, bei der Post gehe es um die Liberalisierung und bei der Swisscom um die Privatisierung. Entscheide die auch für den Kanton Glarus von grosser Tragweite und Bedeutung seien. Auch für gerechte Steuern werde er sich einsetzen, damit mit gleichen Spiessen gemessen werde. Es gelte aber auch die Stärken zu nutzen und hier vor allem diejenige als Energiekanton. Auf keinen Fall dürfe aber die Umweltpolitik vernachlässigt werden. Dies vor allem im Hinblick auf den drohenden Klimawandel. Marti kann bei der Wahl auf die Unterstützung der grünen Partei des Kantons Glarus zählen.
Die Ständeratswahl vom kommenden Wochenende 9./10. Februar sind für den Kanton Glarus von grosser Bedeutung. Es ist deshalb wichtig, dass möglichst viele Wählerinnen und Wähler ihre Stimme an der Urne oder mittels Briefwahl abgeben. Gewählt wird der Kandidat der das absolute Mehr erreicht. Sollte keiner der drei Kandidaten im ersten Wahlgang dieses Ziel erreichen, wird am 24. Februar der zweite, entscheidende Wahlgang durchgeführt.




