In ihrer kurzen Begrüssungsrede erklärte SP-Präsidentin Chritine Bickel, dass die SP mit Werner Marti einen kompetenten und gewichtigen Vertreter im Stöckli in den Wahlkampf schicken kann. Dank seinen langjährigen Erfahrungen in der Bundespolitik könne er vom ersten Tag an effizient mitwirken. Als ehemaliger Regierungsrat und Volkswirtschafts-direktor kenne er auch die wirtschaftlichen Anliegen unseres Kantons.
Mit einer Doppelstrategie den Kanton in Bern vertreten
„Für mich ist der Wechsel in den Ständerat in Bern eine echte Herausforderung obwohl die Arbeitsbelastung wesentlich grösser ist als im Nationalrat.“ Mit diesen Worten untermauerte Marti sein Interesse an der Veränderung vom National- in den Ständerat. Aus seiner Sicht benötige es für eine gute Positionierung eine Doppelstrategie und zusätzliche Massnahmen. Die Doppelstrategie bestehe darin, dass wir für unseren Kanton gleich lange Spiesse benötigen wie unsere „Konkurrenz“ aus dem Raum Zürich. Das bedeutet, wie Marti weiter ausführt, die Infrastruktur Post, Swisscom und SBB, denn hier werden in der kommenden Legislatur wichtige Entscheide gefällt. Der Entscheid bezüglich der Liberalisierung der Post ist in Bezug auf den Service Public – damit auch für den Kanton Glarus – von grosser Bedeutung. Bei einer Öffnung des Briefmarktes würden mit Sicherheit die grossen Zentren profitieren, dagegen die Randregionen benachteiligt werden. Weiter werde es bei der Swisscom zu einer Neuauflage der Privatisierung kommen. Dieses Thema sei noch nicht erledigt und sei für Marti ebenfalls sehr wichtig. Bei einer Privatisierung müsse damit gerechnet werden, dass wiederum die Randregionen stark benachteiligt werden, was zwangsweise auch zu Arbeitsplatzverlusten führt. Auch für gerechte Steuern werde er sich einsetzen, damit mit gleichen Spiessen gemessen werde.
Stärken nutzen
Marti in seinen Ausführungen weiter: „Dazu sollen und können wir auch unsere Stärken nutzen, dies ist der zweite Teil meiner Doppelstrategie. Und eine grosse Stärke die wir haben ist diejenige als Energiekanton.“ Hier wie Marti weiter erklärte, werden vor allem die grossen Gewinne im Stromhandel erzielt.Wir müssen hier unsere Interessen durchsetzen um die Einnahmen durch Wasserzinsen zu erhöhen. Ein letztes Anliegen seiner Doppelstrategie sei der Klimawandel, der in seinen Augen ein schleichender Wandel sei. Denn auf lange Sicht seien die Anzeichen,insbesondere auch für den Kanton Glarus alarmierend. Hier werde er sich für griffige Massnahmen einsetzen und er denke dabei vor allem an eine Co2 Abgabe oder an Energiesparmassnahmen. Aber auch bei der Finanz- und Verkehrspolitik werde er sich für den Kanton einsetzen. Am Schluss seiner Ausführungen betonte Marti, dass er sich topfit fühle und er den Kanton Glarus sehr gut kenne. Aus seiner Tätigkeit als Regierungsrat von 1990 bis 1998 sei er auch mit der wirtschaftlichen Situation im Glarnerland bestens vertraut.
Nationalrätin Silvia Schenker zu Gast an der Parteitagung
Auf Einladung der SP des Kantons Glarus gab Nationalrätin und Vizepräsidentin der SP Schweiz, Silvia Schenker, den anwesenden Delegierten einen kurzen Einblick in die Tätigkeit von Marti im Nationalrat in Bern. Vor allem seine sozialen Kompetenzen hob sie dabei stark heraus, aber auch seine klare Position in den Fragen von Service Public oder dem Rentenalter wird geschätzt. Sie persönlich würde ein Weggehen von Marti sehr bedauern, aber sehe in ihm einen guten Vertreter für den Kanton Glarus im Ständerat.
Im Anschluss an eine sehr engagiert geführte Diskussion wurde Werner Marti von der Versammlung einstimmig als Kandidat für die Nachfolge von Fritz Schiesser in den Ständerat nominiert.
Somit wird der Wahlkampf nun offiziell von drei Kandidaten geführt, nebst Marti bewerben sich Landesstatthalter Pankraz Freitag und Landrat René Brandenberger um dieses wichtige Amt in Bern.






