Wie in der Backstube

Mehr als 300 Personen füllten die Turnhalle des BWZ Toggenburg, in Wattwil, als 57 Diplomandinnen und Diplomanden der Fachrichtungen Bäckerei und Confiserie ihre Berufsausweise überreicht bekamen.




Draussen standen 34°C auf der Uhr, drinnen waren es wohl noch mehr, als die festlich gekleideten jungen Berufsleute mit ihren Berufsbildnern, Angehörigen und Freunden Platz nahmen, um die Belohnung für ihren Einsatz während der Berufslehre entgegenzunehmen. Aufgrund des grossen Einzugsgebietes war man aus St. Gallen, beider Appenzell, Glarus und dem Fürstentum Liechtenstein angereist.

Reden

Erfreulicherweise hatte Herr Landammann Alfred Stricker, AR, Amtsvorsteher für Bildung und Kultur, den Weg nach Wattwil gewählt. Er ermahnte die jungen Leute zu Aufmerksamkeit, um die Wegweiser des Lebens dann zu erkennen, wenn sie denn auftauchten. Und er brachte seinen Stolz zum Ausdruck, dass wir in der Schweiz über ein Bildungssystem verfügen, das jedem zu jeder Zeit die Möglichkeit bietet, sich weiterzuentwickeln und zu qualifizieren. Dies ganz im Gegensatz zu vielen anderen Ländern.

BWZT-Rektor Matthias Unseld wählte einen anderen Weg. Er holte sich mit Tanja Vetsch die 17-jährige und damit jüngste Absolventin der Bäcker-Konditoren auf die Bühne und liess zusammen mit ihr die 3 Lehrjahre Revue passieren. Er hatte die Klasse selber im Fach Allgemeinbildung unterrichtet. Es war schön zu sehen, wie positiv das Ganze rüberkam. Die Art und Weise wie man miteinander umging machte deutlich, dass das Arbeiten in der Backstube ein Teamsport ist, der die beispielsweise eher schwierigen Arbeitszeiten sehr gut zu kompensieren vermag.

Kultur

Aufgelockert wurde die Veranstaltung durch Videosequenzen aus der Lehrzeit der Klasse BKC 3. Sabina Grob hatte in mühevoller Kleinarbeit die Beiträge ihrer Klassenkolleginnen und -kollegen zu einem runden Ganzen geformt. Darüber hinaus wurden mehrere Darbietungen des Musicals Toggenburg gezeigt, das Ausschnitte des orientalischen Musicals «Joseph» aufführte.

Noten

Es folgte das Rangverlesen in allen drei Fachrichtungen mit Übergabe der Diplome und Sponsorengeschenke. Auffallend war hierbei, dass es sich um einen besonderen Jahrgang handeln muss, denn es wurden Gesamtnoten von bis zu 5,5 erreicht, was nun wirklich nicht jedes Jahr gefeiert werden kann.

Apéro riche

Glücklicherweise gibt es nach wie vor Firmen, die solch wichtige Anlässe für den Nachwuchs eines Berufsstandes auch finanziell unterstützen. Somit durften die zahlreich erschienenen Gäste die Turnhallen-Sauna nach knapp 2 Stunden verlassen und sich kulinarisch fein verwöhnen lassen. Der Abend war insgesamt eine tolle Werbung für die Berufe Bäcker, Konditor, Confiseur. Angesichts stark sinkender Ausbildungszahlen ist das auch dringend nötig.