Wie ist eine Unternehmensnachfolge planbar?

Viele Glarner Firmen stehen in den kommenden Jahren vor dieser Frage. Dem Problem der Nachfolgeregelung widmete sich am vergangenen Mittwoch eine Netzwerkveranstaltung, organisiert von der Kontaktstelle für Wirtschaft, der Glarner Handelskammer und des Gewerbeverbandes des Kantons Glarus.



GLKB; Roland Suter; Ernst & Young
GLKB; Roland Suter; Ernst & Young

Dass diese Frage von entscheidender Bedeutung ist, zeigte das grosse Publikumsinteresse im «Schützenhaus»-Saal in Glarus. Anhand von zwei praxisbezogenen Fällen wurde aufgezeigt, wie eine solche Nachfolgeregelung zukunftsweisend gelöst werden kann. Fazit in beiden Fällen: sie braucht Zeit und sie muss frühzeitig in Angriff genommen werden! Regierungsrätin Marianne Lienhard betonte in ihrer kurzen Rede ebenfalls die Bedeutung dieser Regelung.

Alfred Hösli AG, Glarus


«Ich glaube, dass wir für diese Netzwerkveranstaltung das Thema gefunden haben, welches viele Unternehmer zurzeit beschäftigt, wie die grosse Zahl der Anwesenden auch zeigt. Christian Zehnder, Leiter Standortförderung, betonte, dass in den nächsten vier Jahren im Kanton Glarus über 2000 Arbeitsplätze respektive Mitarbeiter von dieser Nachfolgeregelung betroffen sind. «Eine davon ist die Firma Alfred Hösli AG, welche aber dieses Problem bereits erfolgreich gelöst hat.» Die Firma beschäftigt 10 bis 12 Mitarbeiter, und wie Urs Hösli erklärte, sei der Generationenwechsel bereits frühzeitig mit seinem Vater Alfred geplant und in Angriff genommen worden. «Wir haben den Zeitpunkt der Übergabe frühzeitig ins Auge gefasst. Mein Vater ist noch nicht pensioniert und arbeitet weiter im Unternehmen, die Verantwortung liegt aber heute bei mir und meiner Frau.» Wie Alfred Hösli erklärte, sei die getroffene Lösung für ihn wunschgemäss verlaufen und die Zukunft der Firma auch sichergestellt. «Ich kann hier nur bestätigen, beginnen Sie frühzeitig mit der Nachfolgeregelung, es braucht Zeit, damit sämtliche Fragen und aufkommende Probleme in Ruhe gelöst werden können.»

Marti AG, Matt


Wie im zweiten Fall Hansruedi Marti ausführte, sei die Frage einer Übergabe bei seiner Firma etwas anders gelagert. «Wir haben ein Konstrukt von vier Firmen, welche unter einem Dach geführt werden und wir beschäftigen rund 120 Mitarbeiter.» Sein Vater Fridolin Marti sei aber schon frühzeitig mit der Frage einer Nachfolgeregelung an ihn gelangt. «Wir haben aber bereits in der Anfangsphase externe Berater mit einbezogen, um sicherzugehen, die richtigen Schritte einzuleiten und am Ende die sicherste Lösung zu haben.» Wie er weiter betonte, sei in diesem Zusammenhang auch wichtig, die Mitarbeiter entweder in diesen Prozess mit einzubinden, auf jeden Fall aber darüber zu informieren. «Ich bin richtig erleichtert und glücklich, die Firma, welche schon über 150 Jahre besteht, in die Hände meines Sohnes übergeben zu haben», erklärte Vater Fridolin beim anschliessenden Apéro einem anderen Unternehmer.

Die Rolle der Bank


Was hat die Bank für Möglichkeiten bei einer Nachfolgeregelung? Diese Frage beantwortete Sven Wiederkehr, Bereichsleiter Direktvertrieb, mit einer klaren Aussage: «Wir können Sie in vielen Fragen sicher unterstützen und beraten, aber nehmen keinen abschliessenden Einfluss auf Ihre Entscheidung.» Wir empfehlen aber in jedem Fall, so Wiederkehr weiter, einen Business-Plan für die kommenden fünf Jahre zu erstellen.

Zu Beginn der Veranstaltung referierte Roland Suter von der Firma Ernst & Young über die steuerlichen Aspekte. Ein an sich sehr trockene Materie, welche von Suter aber mit übersichtlichen Folien interessant präsentiert wurde.

Beim abschliessenden Apéro wurde dieses sicher wichtige, aber auch sensible Thema der Nachfolge noch intensiv diskutiert. Es wurden Erfahrungen ausgetauscht und sicher konnte der eine oder der andere wichtige Ratschläge mitnehmen. Fazit der Teilnehmer: «Es war eine sehr interessante und informative Veranstaltung.»