Willy Graber gibt sich die Ehre

Roger Rychen gewann die letzten vier Austragungen in Niederurnen und 2014 belegte er Rang 1b. Doch aus dem sechsten Sieg für den lokalen Eidgenossen beim Traditionsanlass auf Matten wird nichts. Rychen hat sich an der Schulter verletzt. Dafür gibt sich ein anderer bekannter Name die Ehre im Glarnerland.



Traditionell macht der Hallenwettkampf in der Sportanlage Linth-Escher in Niederurnen den Auftakt der schwingerischen Anlässe im Kanton. Ihm folgen der Kantonale Nachwuchsschwingertag an Auffahrt (30. Mai) in Glarus, das Glarner-Bündner am Pfingstmontag (10. Juni) in Glarus sowie der Bergschwinget im Klöntal am 13. Juli. Am kommenden Sonntag, 17. Februar, treten rund 60 Schwinger aus der Nordostschweiz und den angrenzenden Innerschweizer Gastklubs March-Höfe und Einsiedeln zum Wettkampf an. Dazu aus dem Kanton Bern als weiterer Gastklub der Schwingklub Worblental.

Publikumsliebling aus dem Kanton Bern

Dieser Schwingklub aus dem Berner Mittelland entsendet mit Willy Graber auch den heissesten Anwärter auf den Tagessieg. Denn sein härtester Widersacher, Lokalmatador Roger Rychen, musste drei Tage vor dem Anlass seinen Verzicht kundtun. Eine Schulterprellung verhindert den Start des fünffachen Siegers in Niederurnen. Nach dem Co-Sieg 2014 siegte Rychen zuletzt vier Mal in Serie, etwas, was vor ihm nur Hans Hämmerli (1980 bis 1983) schaffte. Fünf (alleinige) Siege nacheinander, dies kann nun der Glarner aufgrund seines Ausfalles nicht erreichen.

Der vierfache Eidgenosse Willy Graber gehört zur nationalen Spitze. Der Berner ist vor allem durch seine exzellente Technik im Bodenkampf bekannt und aufgrund seiner Grösse und Schwingart stets der Publikumsliebling in den Arenen. Mit dem Ausfall von Rychen schlüpft nun Graber in die Rolle des Favoriten. In der Geschichte des Hallenschwingets seit Bestehen 1942 siegte noch nie ein Berner an diesem Traditionsanlass. Graber wird im Glarnerland begleitet von seinen Brüdern Alfred und Bänz sowie vom jungen Adrian Walther (Sieger am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag in Landquart beim Jahrgang 2001). Während Alfred und Bänz schon letztes Jahr im Einsatz standen, wagt sich Willy Graber erstmals auf die Matten. Im Vorjahr war er lediglich als Zuschauer dabei. Ans Glarnerland hat der Dachdecker gute Erinnerungen, am NOS 2010 in Näfels gewann der Mittelländer als Gast den begehrten Teilverbandskranz und übernachtete dabei gar im Zigerschlitz.

Gasterländer mit starkem Trio

Zu beachten gilt es auch den Einsiedler Roland Kälin sowie aus den Höfen den jungen Alex Huber und Ringer Dominik Streiff. Mit einem starken Team treten die ans Niederurner Verbandsgebiet anstossenden Rapperswiler an. Der technisch beschlagene Uznacher Dominik Oertig, der kräftige Ammler Pirmin Gmür und Tobias Riget aus Schänis werden im Kampf um den Tagessieg ebenfalls ein gewichtiges Wort mitreden wollen. Aus dem Appenzellerland gilt es den zähen Rotschopf Martin Roth zu beachten.

Glarner Sieg rückt in Ferne

In Abwesenheit Rychens stehen die beiden anderen Kranzer aus dem Kanton der Gastgeber in der Pflicht. Reto Landolt, Näfels, und Christian Jöhl, Mollis, kommen für einen Spitzenplatz infrage. Jedoch dürfte nicht nur Rychens Siegesserie, sondern auch jene der Glarner Schwinger am Sonntag reissen. Letztmals siegte 2013 mit Bruno Nötzli ein Nichtglarner am Hallenschwinget. Seitens Nichtkranzer darf Älpler Thomas Riedi, Netstal, Sämi Horner, Ennenda, Landschaftsgärtner Christian Schnyder, Näfels, und Rychens Klubkamerad Christian Pianta, Mollis, am ehesten eine Überraschungstat zugetraut werden. Als Organisator amtet der Schwingklub Niederurnen und Umgebung, letztmals mit Fridolin Beglinger an der Front. Aufgrund seines neuen Amtes im NOS-Vorstand wird es beim Unterländer Schwingklub Ende 2019 zu Rochaden kommen. Anschwingen ist um 11 Uhr. Eine Festwirtschaft unter der Regie von Urgestein Martin Hager ist für einen Grossandrang gerüstet.