«Wir entwickeln ein sehr innovatives und nachhaltiges System»

Ein bedeutender Automobil-Zulieferer aus Deutschland errichtet eine grosse Aluminium-Giesserei in der Slowakei. Ein wichtiges Herzstück dazu liefert Marti engineering ag aus Mitlödi.



Marti engineering ag aus Mitlödi ist seit Jahren ein beliebter Partner der Automobilindustrie für Automatisierungs-Lösungen. «Unsere Spezialität sind das Planen und Erstellen von komplexen und hochwertigen Automations-Systemen» erklärte Geschäftsführer Thomas Marti. Deswegen wurde sein Unternehmen auch beim neusten Projekt des deutschen Unternehmens Handtmann mit einbezogen. Der Zulieferer für die Automobilindustrie realisiert eine grosse Aluminium-Giesserei in der Slowakei. «Geplant sind mehrere Produktionslinien, welche bis 2022 nach und nach installiert werden.» Die Aufgabe, welche seine Firma hier übernehmen darf, setzt dabei gleich nach dem eigentlichen Giessen des Produktes an. Direkt im Anschluss an diesen Prozess müssen die Teile aus der Giessform entnommen und auf dem Automaten geprüft, gekühlt, bearbeitet und nummeriert werden. «Der sicher anspruchsvollste Schritt in dem Ablauf ist das Abkühlen des Gussteils, denn der Automat aus dem Glarnerland übernimmt die Teile mit einer Temperatur von 350 Grad Celsius und muss sie anschiessend bei einer Temperatur von 50 Grad in den weiteren Produktionsprozess übergeben. «Das wäre eigentlich nicht unbedingt kompliziert. Aber der gesamte Prozess muss im Takt des Giessvorganges innerhalb von wenigen Sekunden erfolgen. «Die Herausforderung an uns war, das Ganze ohne Abwasser und möglichst CO2-Neutral durchzuführen. Und genau hier kommen die Stärken von Marti engineering zum Einsatz. Man habe laut Marti, eine neuartige Lösung für diese Aufgabe entwickelt. Wie diese genau aussieht möchte er verständlicherweise nicht verraten. «Wir müssen unseren Marktbegleitern immer einen Schritt voraus sein.»  

Marti zeigt sich sehr erfreut, dass nun in den nächsten Monaten das erste Modul in Glarus Süd produziert und getestet werden kann, bevor es dann voraussichtlich im Oktober mit zwei Lastwagen seine Reise Richtung Slowakei antritt. Aufgrund der Corona-Krise habe die Automobilindustrie zurzeit viele Projekte auf Eis gelegt oder verschoben. «Da sind wir schon froh um jedes Projekt, das wir in diesem Jahr noch realisieren können.»

Antizyklisch sei dabei auch der Kunde Tesla, der in den USA, China und neu in Deutschland Produktionsstätten vorantreibt. «Hier ist unser Unternehmen bei der Produktion von Karosserieteilen und Akku-Trägern schon seit einiger Zeit an Bord.» Auch bei anderen Projekten, und dies nicht ausschliesslich nur in der Automobilindustrie, sei die Innovation und Kompetenz aus dem südlichen Glarnerland sehr gefragt. 

 

*Jürg Huber ist Pressebeauftragter der Glarner Handelskammer