«Wir gehören zusammen»

Synodepräsident Christian Marti freute sich ausserordentlich, Pfarrer Dr. Setri Nyomi, Generalsekretär des Reformierten Weltbundes, Genf, als Gast begrüssen zu dürfen. Dieser referierte zum Thema: «Was ist der reformierte Glaube? Und wie wird er in der globalen Kirche zum Ausdruck gebracht?»



Pfarrer Dr. Setri Nyomi
Pfarrer Dr. Setri Nyomi

Sein auf Englisch gehaltenes Referat wurde von Pfarrer Richard Bloomfield, Linthal, simultan übersetzt. Mit dabei waren auch Dekan Hans Mathis und Pfarrer Josef Kohler von der Katholischen Landeskirche.

Manchmal gegen Gesellschaftsnormen


«Wir verstehen uns als ein Volk, das aus der Finsternis zur Teilhabe am wunderbaren Licht Gottes durch den Glauben an Jesus Christus berufen ist. Das wird uns durch Gnade zuteil», sagte Setri Nyomi. Reformierte Christen «glauben an die Verwandlung, die Gott ins uns durch Jesus Christus ermöglicht, und wir verkünden diese grossen Taten durch unser Reden und Handeln.» Der Dienst verlange manchmal, gegen die Gesellschaftsnormen zu handeln. Diese Art der kritischen theologischen Reflektion stehe im Zentrum des Reformiertseins. Die Verkündigung der grossen Taten Gottes äussere sich in verschiedenen Formen, zum Beispiel in Evangelisierung, Leben vermitteln und dem Beispiel der Liebe.


Reformierte Standpunkte sind gemäss Setri Nyomi Einheit in der Vielfalt, Berufung, Leben nach dem Wort Gottes, Gottesdienst, die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Gemeinschaft des Geistes, Freiheit und Verantwortung, Ecclesia reformata sed semper reformanda (Gott reformiert weiterhin seine Kirche). Von Anfang an gehörten auch die Bekenntnisse zur Geschichte des Christentums; aktuell ist das Bekenntnis von Accra aus dem Jahr 2004.

Globale Kirche


Reformierte Menschen bekennen heute ihren Glauben überall auf der Welt. Es gibt in mehr als 100 Ländern reformierte Kirchen. Allein in den 215 Mitgliedkirchen des Reformierten Weltbundes gibt es mehr als 75 Millionen Menschen in 107 Ländern. Mehr als zwei Drittel dieser Kirchen befinden sich im Süden – allein 58 in Afrika und 57 in Asien. «Nur wenn man weiss, dass wir in unterschiedlichen kulturellen Kontexten leben und dass wir das Prinzip von semper reformanda hochhalten, kann man daraus schliessen, dass – obwohl wir eine Familie bilden – es Unterschiede in der Form unserer Gottesdienste gibt sowie in der Art, wie wir unseren Glauben ausleben», sagte Setri Nyomi. Er belegte dies durch verschiedene Ausdrucksweisen des reformierten Glaubens (Gottesdienst, Kirchenmitgliedschaft und Gottesdienstbesuch, Berufung, Einstellung zu gesellschaftlichen Fragen, pluralistische Kontexte, Spaltungen als «ernsthaftes Problem», Zusammengehörigkeit, ökumenische Verpflichtungen). Mit einigen Fragestellungen zeigte er zudem Handlungsmöglichkeiten für die Kirche im Glarnerland auf.


«Ich hoffe, dass der Dialog ihnen das Gefühl gibt, dass wir zusammengehören. In der weltweiten reformierten Tradition, aber auch über das Reformiertsein hinaus», so der Gast aus Genf. Dekan Hans Mathis sagte, es sei für ihn ein Privileg, hier sein zu dürfen. Er fühle sich sehr daheim in diesem Kreis, spüre den Geist der Liebe und Akzeptanz: «Wir dürfen als Katholiken so sein, wie wir sind.» Und Setri Nyomi betonte, es falle ihm auf, wie nahe hier die Beziehungen zwischen Reformierten und Katholiken seien: «Ich bete, dass sich dies fortsetzt. Wir gehören zusammen.»