«Wir spüren, dass die Aufenthaltsdauer wieder länger wird»

Ab diesem Samstag konnte auch das Berghotel Mettmen AG wieder seine Türen öffnen. Die Buchungen für Übernachtungen sind bereits erfreulich, Gruppenveranstaltungen fehlen aber leider zurzeit noch, verrät Geschäftsführerin Sara Elmer-Frei, im Gespräch mit glarus24.ch.



glarus24: Wie lange dauerte nun der Zwangsunterbruch von dem eigentliche geplanten Saisonstart bis zum effektiven Eröffnungstag? 

Sara Frei-Elmer: Unser Saisonstart war geplant für Mittwoch, 6. Mai 2020, und kann jetzt am Samstag, 6. Juni 2020, also genau einen Monat später, stattfinden. Zudem mussten wir die Wintersaison im März zwei Wochen früher beenden als geplant.

glarus24: In diesem Zeitraum war das Hotel nur durch eine Person an der Rezeption zeitweise besetzt? 

Sara Frei-Elmer: Richtig. Wir mussten natürlich sämtliche Personalkosten vermeiden und die Ganzjahres-Angestellten waren in der Kurzarbeit. Für den Saisonstart hat sich unser Kader dann rund eine Woche früher getroffen, um sich auf das neue Schutzkonzept von Gastrosuisse und BAG sowie auf die regulären Saisonstart-Arbeiten vorzubereiten. Telefonisch und per E-Mail waren wir in dieser Zeit von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr erreichbar. 

glarus24: Wurden in dieser Zeit bereits Reservationen für die Zeit nach dem Lockdown vorgenommen? Wenn ja, von bekannten (Stamm)-Gästen oder mehr von neuen Gästen?

Sara Frei-Elmer: Ja, beides. Die Stammgäste hatten bereits vor der Corona-Krise gebucht und wir stellen fest, dass wir gerade in den Sommerferien Familien bei uns gebucht haben, die länger bleiben. Normalerweise ist die Aufenthaltsdauer unserer Gäste eine Nacht. Jetzt spüren wir, dass die Aufenthaltsdauer länger wird, bis etwa drei Nächte. 

glarus24: Was musste unternommen werden, um die Hygienevorschriften bei der Ankunft und während dem Aufenthalt der ersten Gäste zu erfüllen?

Sara Frei-Elmer: Im Wesentlichen sind das die Massnahmen, die alle nun kennen, sprich noch mehr Händewaschen als sonst, mehrere Male am Tag Türfallen, Armaturen usw. desinfizieren und Abstand halten. Letzteres hat zur Folge, dass wir unser Platzangebot in Restaurant und Terrasse verkleinern mussten. Ebenfalls mussten Abläufe verändert werden, mit dem Ziel, die Verweildauer des Personals beim Gast zu verringern oder das Berühren von Gegenständen zu vermeiden.

glarus24: Wie stark ist die Reduktion der Zimmerbenutzung und der Tische im Restaurant und auf der Terrasse? 

Sara Frei-Elmer: Bei den Zimmern gibt es keine Einschränkungen. Wir können all unsere 17 Zimmer anbieten, weil wir im Restaurant auch mit dem 2-m-Abstand zwischen den Tischen für unsere 50 Hotelgäste genügend Platz haben. Vorher hatten wir 85 Sitzplätze im Restaurant, jetzt sind es knapp 50. Auf der Terrasse das gleiche Bild: vorher 80 Plätze, jetzt mit 2-m-Abstand knapp 50. 

glarus24: Können, und wenn ja, ab wann wieder Vereinsanlässe, Versammlungen (z.B. GV Kies-Mettmen) oder Schulungen usw. durchgeführt werden?

Sara Frei-Elmer: Ab dem 6. Juni sind Veranstaltungen bis 300 Personen wieder erlaubt. Somit können die geplanten Hochzeiten bei uns wieder stattfinden. Das ist für uns wichtig. Ebenfalls sind Seminare wieder möglich. Hier spüren wir aber noch Zurückhaltung bei den Buchungen. Die Firmen und Betriebe müssen sich nach dem Lockdown auch zuerst wieder zurechtfinden. Ebenfalls sind Geburtstagsfeiern und Klassenzusammenkünfte abgesagt worden. Theoretisch sind diese jetzt ab 6. Juni wieder erlaubt und wir sind auch bereit, Gesellschaften zu empfangen. 

glarus24: Die Gäste, welche bei euch Urlaub oder das Wochenende gebucht haben, werden diese im Vorfeld von euch über das Verhalten in der Bergbahn orientiert?

Sara Frei-Elmer: Mit der Bestätigung erhält der Gast von uns eine Information, was wir im Betrieb unternehmen für die Sicherheit unserer Mitarbeiter und unserer Gäste. Zudem sind diese Informationen auf unserer Website auch für jeden sichtbar aufgeführt.

glarus24: Ist geplant den Unterbruch im Winter durch eine Verlängerung der Saison zu kompensieren?

Sara Frei-Elmer: Der Monat Mai war extrem gut gebucht und ausgelastet mit Hochzeiten und Seminaren. Wir haben in den letzten zwei Jahren darauf hingearbeitete, mit Gruppen eine Grundauslastung zu erreichen und so wetterunabhäniger zu werden. Weil das Gruppengeschäft durch Corona jetzt völlig eingebrochen ist, sind wir diesen Sommer dem Wetter wieder viel mehr ausgeliefert. Kurzfristig, also in diesem Sommer oder Herbst, lässt sich diese Lücke nicht schliessen. Im Winter ist die Nachfrage viel tiefer als im Sommer, deshalb haben wir auch nur an den Wochenenden offen. Diese Nachfrage wird sich auch nicht plötzlich verändern in den Wintermonaten. Deshalb macht eine Verlängerung der Saison keinen Sinn.