Als der WWF Glarus am 23. Februar 1991 gegründet wurde, brachten Mitglieder Erde aus allen Gemeinden des Kantons mit – damals waren es noch 27. Die gesammelte Erde diente als Nährboden für eine in Ennenda gepflanzte Linde. Genau 20 Jahre später wird an derselben Stelle eine Gedenktafel errichtet. Der WWF Glarus ist mit etwa 900 Mitgliedern die grösste Umweltorganisation im Kanton. Präsidentin ist seit 2006 Ann-Kristin Peterson, Niederurnen. Weitere Vorstandsmitglieder sind: Marianne Schindler, Rüti, Ursi Hauser, Glarus, Rosmarie Padovan, Linthal, Barbara Fierz, Ennenda, Käthi Schnyder, Niederurnen, und Melanie Büetiger, zurzeit im Ausland.
Mit dem Landsgemeinde-Samstag startet am 30. April eine Reihe weiterer Aktivitäten. Den Auftakt macht an diesem Tag eine Standaktion an der Hauptstrasse 51 bei der Geschäftsstelle des WWF Glarus, die seit der Sektionsgründung von Stefan Paradowski, Glarus, betreut wird. In der Infostelle des Naturzentrums Glarnerland im Bahnhof Glarus wird eine Ausstellung unter dem Motto «Mit 20 Jahren 20 Taten» gezeigt. Die Schau ist eine Ergänzung zur gleichnamigen Festschrift. Die Jubiläums-Hauptversammlung vom 21. Mai findet ebenfalls in der Infostelle des Naturzentrums statt.
Der WWF Glarus ist eine Sektion, die sich hauptsächlich mit dem Thema Wasser beschäftigt. Das Regionalprojekt «Lebendige Linth» steht im Zusammenhang mit der Linthsanierung. Auf Initiative des WWF haben sich die regionalen Umweltverbände zum Linthrat zusammenschlossen. Dieser Verein ist vorletztes Jahr aufgelöst worden. Der WWF indessen ist in der «Fachgruppe Umwelt» vertreten, die die Realisierung der Linthsanierung begleitet, aber auch in der Begleitgruppe des Pumpspeicherprojekts «Linthal 2015». Ein weiteres Thema ist die Unterschutzstellung der Linthschlucht sowie des letzten grossen Wasserfalls im Kanton, des Diesbachfalls. Ein Anliegen im Jubiläumsjahr ist der Herdenschutz. Diese vergessene Tradition ist ein wirkungsvolles Instrument, um auf der Alp gesömmerte Nutztiere vor Übergriffen durch Grossraubtiere zu schützen wie Luchs, Braunbär und Wolf, die wieder in die Schweizer Natur zurückkehren. Zusammen mit dem WWF Schweiz, der sich schon seit 10 Jahren auf nationaler Ebene für den Herdenschutz engagiert, unterstützt der WWF Glarus nun ein lokales Pionierprojekt.
Neben dem Thema Wasser war der WWF Glarus immer auch aktiv mit Kinder- und Jugendprojekten, im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, der Veranstaltung von Kursprogrammen und Exkursionen, im praktischen Naturschutz und dem Biolandbau. Viele der vom WWF Glarus angestossenen Projekte laufen heute eigenständig erfolgreich weiter, so die Produzenten-Konsumenten-Vereinigung (heute als Bio Glarus bekannt), der samstägliche Frischwarenmarkt in Glarus und die vom «Feuervogel» (Genossenschaft für Naturpädagogik) durchgeführten Tipi-Lager. Die Arbeitsgruppe «Glarus weltoffen» organisiert unter Beteiligung des WWF Glarus jedes Frühjahr eine Vortragsreihe, heuer unter dem Titel «Notfall Abfall – materielle und ideelle Entsorgung».
Die Linde in Ennenda hat in 20 Jahren eine stattliche Grösse erreicht. Gleich dem Baum wuchs das Engagement des WWF Glarus in dieser Zeitspanne.
Öffentliche Mitwirkung zum Konzessionsgesuch eines Wasserkraftwerks in Rüti



