Zäme ein Kanton – läbä im Dorf – Stärken bewahren und fördern

Die Kandidatinnen und Kandidaten der Glarner SP trafen sich am vergangenen Samstagmorgen zu einem spannenden Austausch und stellten sich den Fragen des Publikums.



Diskussionsrunde am SP-Matinee vom 18. Januar: Regierungsrätin Christine Bickel
Diskussionsrunde am SP-Matinee vom 18. Januar: Regierungsrätin Christine Bickel

Die Regierungsrätin Christine Bickel betonte in ihren Ausführungen, dass neben Steuerwettbewerb und Erschliessung auch andere Inhalte für einen Wohnkanton wichtig sind. Die Einwohnerinnen und Einwohner wollen daheim sein können, in Arbeit und Freizeit. Dafür braucht es ganz generell Treffpunkte: Für Junge sind das Ausgangsmöglichkeiten und Ausbildungsmöaglichkeiten, für Familien Horte und Schulen und für die älteste Generation sind das Altersheime, ärztliche Versorgung und ein gut funktionierendes Spital. Für die gesamte Bevölkerung braucht es Vereine und Einkaufsmöglichkeiten. Wir im Kanton Glarus müssten aufpassen, dass wir die Leute nicht nur wegen ihres Steuersubstrates anlocken, sondern dass wir sie mit ihren ganzen Familien integrieren, um vor allem im Norden des Kantons ein unpersönliches «Agglo-Klima» zu verhindern.

Der SP-Kandidat fürs Gemeindepräsidentenamt in Glarus Süd, Jacques Marti, betonte, wie wichtig gerade in Glarus Süd die einzelnen Dörfer noch sind. Nicht nur die Schulen sind wichtig, sondern auch die bestehenden Infrastrukturen, die ohne viel Bürokratie genutzt werden können müssen. Er wünscht sich auch mehr Unterstützung der Vereine in der Beratung und Vernetzung – neben finanzieller Unterstützung. Es sei zudem seine Vision, dass sich die Glarner Frauen und Männer wieder mehr engagieren für ihre Dörfer und nicht nur Konsumenten seien, die, wenn es ihnen nicht mehr passt, einfach wegziehen. Darum muss auch die aktuelle Politik in den heute grossen Gemeinden wieder bürgernäher werden, damit die Leute durch ihre Teilnahme am politischen Prozess merken, dass sie etwas bewirken können.

In der von Christoph Zürrer moderierten Diskussion auch mit den SP-Gemeinderatskandidatinnen und -kandidaten Irena Zweifel, Kaspar Marti und Peter Stengele zeigte sich, dass erwartet wird, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht nur drei Gemeinden und einen Kanton wollen, die gut und effizient verwaltet sind, sondern auch, dass man will, dass die Politiker auch mal vorausgehen und Vorschläge für die Zukunft machen sollen – möglichst aber immer mit gutem Einbezug der Bevölkerung. Der Glarner Gemeinderat Christian Büttiker zeigte am Schluss der Veranstaltung noch den aktuellen Stand des Raumplanungsprozesses in Glarus auf – wo man mit ausdrücklichem und wiederholtem Einbezug der Bevölkerung die Richtplanung schon weit vorangetrieben hat. Die Matinee-Teilnehmer aus dem Süden und dem Norden des Kantons waren ganz eifersüchtig über den fortgeschrittenen Stand und den bürgernahen Inhalt der Raumplanung der Gemeinde Glarus.

Sogar nach Ende der Veranstaltung wurde weiter diskutiert über die Stärkung der Dörfer, aber auch die individuelle Verantwortung jedes Einzelnen. Jemand sang beim Weggehen: «Üsers Ländli isch nu chlii – aber was will mä mii …»