Zahlen im Rahmen der Vorjahre

Die Kantonspolizei präsentierte heute ihre Statistiken für das vergangene Jahr. Während die Unfälle ganz leicht zurückgegangen sind, erfasste die Polizei rund 7,5 Prozent mehr Straftaten.



«Bei einem kleinen Kanton wie Glarus müssen die Statistiken immer besonders sorgfältig betrachtet werden», meinte Oberleutnant Rolf Gubser, Chef der Kriminalpolizei, an der Medienkonferenz zu den Statistiken der Kantonspolizei Glarus. So können fünf bis zehn Delikte schon zu grossen prozentualen Verschiebungen führen. Genauso wenn Einzeltäter oder Gruppen gleich mehrere Straftaten verüben. Dies habe auch in der Kriminalstatistik für das Jahr 2014 Einfluss gehabt, meinte Gubser weiter. So wurden bei den 10 Raubtatbeständen vier von der gleichen Tätergruppierung verübt. Im Jahr 2013 erfasste dagegen die Polizei gar kein Raubdelikt. Augenfällig unter den Zahlen auch die Zunahme der Straftaten gegen die sexuelle Integrität. Auf der einen Seite wurde gegen einen 25-jährigen Mann ein umfangreiches Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Handlungen mit Kindern eröffnet. «Der Fall kommt voraussichtlich in nächster Zeit vor Gericht.» Auf der anderen Seite betreffen die meisten Fälle das Herstellen und Verbreiten von verbotener Pornografie. «Bei den Jugendlichen handelt es sich hierbei um Bilder und Filme, welche mit dem Handy aufgenommen und unter Kollegen verbreitet werden. Bei den Erwachsenen mehr um Material, welches sich auf der Computerfestplatte befindet.»

Ebenfalls seit einigen Jahren stetig steigend sei die Anzahl der Einbruch- und Einschleichdiebstähle. «Neben den häufig organisierten Gruppen, muss aber auch der Bauboom und die grössere Anzahl an Wohnungen vor allem im oberen Preissegment berücksichtig werden.» Hier weisst Gubser auf die kostenlose Sicherheitsberatung der Polizei hin. «Einbrecher wollen so schnell und leise wie möglich vorgehen, schon wenn man es ihnen ein bisschen schwer macht, kann das abschrecken.»

Positivere Zahlen konnte Oberleutnant Anton Landolt, Chef Spezialdienste, von den Glarner Strassen berichten. Vor allem von deutlich weniger verletzten Personen als im Vorjahr. Zwar wurde ein Todesopfer registriert; bei der betagten Frau sei aber ein medizinischer Grund als Todesursache wahrscheinlicher als eine Ursache aus dem Unfall. Die stabilen Werte der letzten Jahre müsse man dabei auch unter der Tatsache berücksichtigen, dass immer mehr Fahrzeuge auf den Strassen unterwegs sind. «Auch im letzten Jahr nahm der Bestand um 1,5 Prozent zu. Jetzt sind über 30 000 Fahrzeuge im Kanton zugelassen.»
Die Unfallursachen bleiben dabei wie bisher, vor allem die Unachtsamkeit, den Verhältnissen nicht angepasster Geschwindigkeit und fahren unter Alkoholeinfluss. Vor allem im letzten Punkt sieht Landolt Handlungsbedarf. «Auch im nationalen Vergleich ist diese Zahl deutlich zu hoch.» Der Anteil der jüngeren Autolenker (jünger als 30) bleibt im langjährigen Trend deutlich höher als andere Altersgruppen. Dabei handelt es sich nicht um ein Problem mit überhöhter Geschwindigkeit, sondern eher mangelnder Erfahrung, welche zu Fehlern und deshalb zu Unfällen führt. Eine weitere Thematik für die Polizei sei je länger je mehr, ältere Fahrzeuglenker, welche wohl lieber nicht mehr im Strassenverkehr teilnehmen sollten. So müsse die Polizei immer häufiger beim Strassenverkehrsamt Kontrollfahren anfordern.