Zehn Jahre Buchhandlung Wortreich

Wäre die Buchhandlung Wortreich immer so stark besucht wie es anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Fall war, könnten Christa und Gabriele Pellicciotta Räumlichkeiten im «Möbeli-Areal» dazumieten, um alle Erwartungen und Wünsche abdecken zu können. Und dass die Geschäftsführerin bei ihrer herzlichen Begrüssung von einem «erweiterten Familienfest» im Kreise vieler Freunde und Bekannten sprach, versteht sich fast von selbst. Grosszügigkeit und Gastfreundschaft dominierten. Man wurde gar aufmerksam bedient und durch Lea Jakobovic Schindler, der Autorin des ganz besonderen Kochbuchs «Töpfe & Köpfe» und Helferinnen und Helfern verwöhnt.




Stühle hätten keinen Platz mehr gehabt, man wäre wohl dauernd über derartige Hindernisse gestolpert. Die ungefähr hundert Gäste – so viele seien es laut zuverlässigen Quellen gewesen – kannten sich grösstenteils – nicht nur wegen eines gelegentlichen Bücherkaufs. Das Wortreich ist weit mehr als eine Buchhandlung. Kulturelle Angebote, antiquarische Werke, flankierende und begehrte Angebote, die nicht selten mit Buchtiteln korrespondieren, eine kleine, natürlich feine Bar, Lesebrillen (falls das Entziffern zusehends Mühe bereitet), Vorlesewettbewerb – einmal pro Jahr, sachkundiges Beraten, Gedankenaustausch über zu lesende oder bereits bewältigte Buchinhalte, Buchtipps, Buchvernissagen, Begegnungen mit verschiedensten Autoren anlässlich der periodisch angebotenen Lesungen, mitreissende Konzerte mit Schwerpunkt Blues und ArtikelFilmvorführungen für alle Generationen gehören zum Wortreich samt überzeugenden Angeboten, die im Abläsch Glarus regelmässig ausgekündigt und oft stark besucht sind.

Am Anfang aller Ausführungen stand der gegenseitige Dank – an die Adresse der treuen, wissbegierigen Leserschaft – an jene, die seit Jahren sachkundig und engagiert mitgeholfen und die Stätte dieses Wirkens aus verschiedenen Gründen verlassen oder unlängst die Arbeit aufgenommen haben – an alle, die so bereitwillig mithelfen. Da wäre Gabriele Pellicciotta zu erwähnen. Er ist IT-Spezialist und für Technisches bei Auftritten zuständig, ist im Bereich der Logistik einzigartig kompetent, hält fotografisch alles gewissenhaft fest, fügt Kleines so zusammen, dass Sehenswertes entsteht. Seine Gattin Christa, anfänglich auch die Tochter Janis, haben das aufgebaut, was heute anerkannte Grösse erreicht hat. Sachkundig und gewissenhaft tätiges Personal hilft bei der Erfüllung zahlreicher Wünsche vonseiten der Kundschaft.
An Gesprächsstoff mangelte es nie. Die gemütlichen Stunden sausten nur so dahin.

Unterbrochen wurde der Gedankenaustausch von Simon Libsig, einem begnadeten, witzig und temporeich agierenden Poeten, der Bekanntes aus der Märchenwelt ineinander quirlte, Gretels Schwangerschaft dank Hänsel zu Grandiosem werden, die ihrerseits sieben Kleine gebar und märchenartig, auch keck-unartig, jahrelang zu leben und zu agieren wussten. Lacher waren die Folge. Und viele Sätze früher erfuhr man, was beim Blick in den morgendlichen Spiegel und der Musterung vieler Schrankinhalte so passieren kann. Libsig ist witzig, klug, wortgewandt, kreativ Fügender, pointenstark, elegant Erzählender, ist auch Buchautor.

Kulinarisch wurde man richtiggehend verwöhnt, langes Anstehen wurde problemfrei gemeistert – es gab so viel zu fragen und zu erzählen.

Und beim witzigen Kommentieren von Begegnungen aus vergangenen Jahren gerieten Janis und Christa Pellicciotta so richtig in Fahrt. Und man staunte, was in den zehn Jahren seit der Übernahme von Jonn Häberli, realisiert worden ist. Fotos zeugten von Höhepunkten aus Konzertantem, Theater und Autorenabenden. Plötzlich sah man sich Franz Hohler, Mathias Gnädinger, Herbert Leiser, Peter Bichsel, Bernd Lafrenz, strahlenden Kindern nach erfolgreichem Vorlesen, Gian Rupf, einer Pokalübergabe durch Lukas Sarasin nach dem fünfjährigen Bestehen, Regierungsrat Benjamin Mühlemann anlässlich der Buchpräsentatin «»Töpfe & Köpfe» im Landesarchiv und anderen Fakten gegenüber – im Wissen, dass da eine erfrischende Vielfalt angeboten wurde und dass es wohl noch lange so bleiben wird.

Es wurde in jugendlicher Frische gefeiert und in der Welt der literarischen Vielfalt aus verschiedensten Jahren bemerkenswert lange verharrt.