Zeit für die Sanierungsarbeiten sind angebrochen

Der Abwasserverband Glarnerland muss sich für die Zukunft wappnen. Aus diesem Grund wurde an der Delegiertenversammlung der Kredit für die Sanierung und Kapazitätserhöhung in Höhe von 49 Millionen Franken genehmigt.



Die seit 1976 in Betrieb genommene ARA Glarnerland soll in den nächsten vier Jahren im grossen Rahmen saniert und gleichzeitig die Kapazität erweitert werden. Dies auf der einen Seite, weil viele Teile der Anlage langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen auf der anderen Seite, da die ursprüngliche Anlagegrösse langsam erreicht wurde. Durch die gleichzeitige Ausführung der Arbeiten können zudem Kosten eingespart werden und die ARA Glarnerland für weitere 20 Jahre bis 2040 an den aktuellen Stand der Technik ausgerichtet werden, erläuterte der Präsident Georg Banzer an der Delegiertenversammlung von letztem Dienstag.

Gut gerüstet bis ins Jahr 2040

Dank modernen Techniken sei es dabei aber möglich, die bestehenden Klärbecken effizienter auszunutzen. Grundlage der Kapazitätsauslegung auf zirka 110 000 Einwohnereinheiten sei hier ein angenommenes Bevölkerungswachstum von jährlich einem Prozent, wie Peter Hunziker, Generalplaner, weiter ausführte. Dazu komme das Volumen der ARA Sernftal noch in diesem und die ARA Mittensee in den kommenden Jahren. Ebenfalls ein Investitionsvolumen von rund 49 Millionen Franken fällt zudem an die Erstellung einer weiteren vierten Reinigungsstufe, welche die vom Bund geforderte Elimination von Mikroverunreinigungen erfüllt. Weiter führte Hunziker aus, dass das Projekt bei Weitem keine Luxuslösung sei, sondern die Anforderungen im ähnlichen Rahmen wie vergleichbare Anlagen in der Schweiz erfüllen. «Auch die leicht steigenden Kosten pro Kubikmeter Abwasser sind im landesweiten Durchschnitt.» Die Delegierten der Gemeinden aus dem Kanton Glarus und dem angrenzenden St.Gallen stimmten anschliessend dem Projekt einstimmig zu. In welcher Weise die Gemeinden selber oder gar die Gemeindeversammlung dem Kredit zustimmen muss, ist zurzeit noch nicht ganz klar, führte Banzer weiter aus. Grundsätzlich würde es sich hier ja wie beim Abwasser üblich um gebundene Ausgaben handeln. Grundsätzlich sollten dabei die Gebühren der Einwohner die Kosten und den Aufwand decken. «Diese Frage soll aber schon bald geklärt sein», betonte Banzer. Der Zeitplan sieht nämlich nach der öffentlichen Auflage den Start der vierjährigen Bauphase bereits im kommenden Jahr vor. Diese Phase wird sich zusätzlich kompliziert gestalten, da ja während dieser Zeit, die ARA Glarnerland weiterhin ihre Aufgabe erfüllen soll.

Neuer Kanalabschnitt in Niederurnen

Bereits im letzten Jahr wurden zudem gewissen dringende Sanierungen und Erneuerungen durchgeführt. «Hier haben wir die neue Auslegung der Anlage natürlich berücksichtigt», führte dazu Betriebsleiter Klaus Biermann aus. So wurde unter anderem die Rechenanlage und die Steinpresse erneuert. Zudem wurde den Delegierten ein Antrag vorgelegt, denVerbandskanal in Niederurnen umzulegen. Dies auf der BasisArtikel, dass die KVA Niederurnen den Auftrag hat, die Eternit AG an ihren Wärmeverbund anzuschliessen. «Hier wurden wir angefragt, ob sie unseren bestehenden Abschnitt im Bereich «Im Amerika» in Niederurnen übernehmen können.» Neben dem Alter des Kanals sprachen weitere Gründe dafür, den Abschnitt künftig auf der anderen Seite der Gleise zu führen. Dank dem Kauf des alten Kanals durch die KVA könne dies zudem deutlich günstiger gestaltet werden.