Zoga äm Bogä – alles i Oberä!

Tolle Stimmung in der festlich geschmückten, ausverkauften lintharena sgu, Auftritt von Top-Ländlerformationen, ein begeisterndes Unterhaltungsprogramm und Tanzen bis zum Umfallen. Das sind die Schlagzeilen der 41. Original Ländlerweihnacht 2016 vom vergangenen Samstagabend. Der vorweihnachtliche, überaus beliebte Traditionsevent vermochte auch in diesem Jahr Hunderte Ländlermusikfreunde nach Näfels zu locken. Sie alle mussten ihr Kommen nicht bereuen.




Vor ausverkauftem Hause ging am vergangenen Samstagabend in der lintharena sgu die 41. Ländlerweihnacht über die Bühne. Aus nah und fern kamen die Freunde der Schweizer Volksmusik nach Näfels angereist. Empfangen wurden sie in festlichem Ambiente mit weihnachtlichem Dekor. Wer jetzt aber meinte, dass dieser Abend weihnächtlich besinnlich über die Bühne geht, hatte sich getäuscht.

Echo vom Lizä – Innerschweizer Stimmungsmacher

Für einen schwungvollen, gelungenen Auftakt sorgte die bestens bekannte Ländler-Kapelle «Echo vom Lizä». Die vier Innerschweizer pflegen mit ihrer Musik den urchigen Innerschweizer und Illgauer Stil. Die ersten Tanzpaare wagten sich auf die Bühne und übten sich in Discofox und Foxtrott.

Ennendaner Silvesterscheller – synchron und lautstark

Lautstark kündigten sich die Ennendaner Silvesterscheller in ihren weissen Hirthemden an. Nicht weniger als 36 kräftige Männer – das brauchte es nämlich zum Tragen von zwei Vorschellen inklusive Joch – betraten den Saal der lintharena, deren Mauern in ihren Grundfesten buchstäblich erzitterten. Ein beeindruckender Auftritt, absolut synchron und vor allem lautstark vorgetragen!

Toller Nachwuchs aus dem Kanton Uri

Frowin Neff, Ur-Appenzeller und pfiffiger, wortgewandter Moderator blieb es vorbehalten, gekonnt witzig spritzig durch den Abend zu führen. Unter anderen präsentierte er das aus drei blutjungen, ausnehmend hübschen und äusserst talentierten Damen bestehende Ländler-Trio «Echo vom Urnerländli». Unschwer zu erkennen war das Faible der jungen Nachwuchstalente für die unvergessliche Ländlerkapelle «Echo vom Kinzig». Mit ihrer lüpfigen, typischen Kinzig-Musik lockten sie die Tanzfreudigen in Scharen auf die Tanzbühne. Ein tolles Trio, von dem man in Zukunft noch hören wird!

Lisa Stoll – Virtuosin auf dem Alphorn

Die Hauptattraktion des Abends war zweifelsfrei Lisa Stoll mit ihrem Alphorn. Diese junge, bildhübsche Dame aus dem Kanton Schaffhausen ist eine wahre Virtuosin auf ihrem Instrument. Im zarten Alter von zehn Jahren entdeckte sie ihre Liebe zum Alphorn. Im Sturm eroberte sie die Bühnen im In- und Ausland. Genauso stürmisch eroberte sie die Herzen in der lintharena im sgu. Was Lisa Stoll aus diesem urwüchsigen Instrument herausholt, ist absolute Weltklasse!

Berner Örgeliplausch heizte die Stimmung an

Für fetzige Stimmung sorgten im Anschluss auch das Ländler-Quartett «Berner Örgeliplausch». Die Musikanten des Berner Örgeliplausch sind allesamt arrivierte Grössen der Volksmusikszene, die ihre Wurzeln im Berner Oberland haben. Donnernder Applaus am Schlusse ihres Auftritts war verdienter Lohn für ein tolles Konzert.

Kapelle Holdrioo – musikalische Tausendsassas

Die vier jungen Innerrhödler Musiker zeigten sich in Höchstform und bewiesen ihre musikalische Vielfalt mit zwei Besetzungen, einerseits mit zwei Akkordeon, Klavier und Kontrabass, andererseits mit Hackbrett, Akkordeon, Klavier und Kontrabass. Übrigens entstammt der Name «Holdrioo» aus dem Innerrhoden Dialektwörterbuch und bedeutet ein «leichtlebiger Mensch». Am kommenden Silvesterabend dürfen die vier Topmusiker die Schweiz am Silvesterstadl in Graz vertreten.

Ländlerquartett Tanzboden – Familientrio aus dem Toggenburg

Die Ländlerkapelle Tanzboden kommt aus dem Toggenburg, genauer gesagt aus Ebnat-Kappel und ist ein reiner «Familienbetrieb», wenn man dem so sagen darf. Vater Simon Lüthi spielt mit drei seiner Kinder zusammen. Alle haben sie die Schweizer Volksmusik im Blut. Eine fröhliche, musikalische Familie mit Hang zum typisch ostschweizerischen Musikstil.

Stockbergbuebe – Garantie für fetzige Stimmung

Viele haben auf ihren Auftritt gewartet. Das Tüpfelchen auf dem i eines in jeder Beziehung gelungenen Ländlerweihnacht waren zweifelsohne die «Stockbergbuebe», welche die Stimmung zum Siedepunkt brachten. Zu später Stunde glich die lintharena sgu einem Tollhaus. Es wurde getanzt wie der Lump am Stecken und «bödelet», dass die Balken krachten.

Zum Glück gibt’s den Köbi und den Marco

Was viele vielleicht gar nicht wussten, war die Tatsache, dass eine Weiterführung der beliebten Ländlerweihnacht infrage stand. Die Zukunftsaussichten waren trotz grosser Beliebtheit dieses vorweihnachtlichen Events nicht unbedingt rosig. Nur dank der Initiative von Veranstalter Köbi Kamm («Ich liebe diesen Anlass», so seine Liebeserklärung an die Ländlerweihnacht) und seinem gleichgesinnten Kollegen Marco Menzi sowie grosszügigen Sponsoren, unter anderen die Firma Service 7000 als Hauptsponsor, wird die Ländlerweihnacht auch in Zukunft viele Volksmusikfreunde erfreuen. Der Vorverkauf für die Ländlerweihnacht 2017 ist bereits eröffnet. Tickets können unter www.ticketcorner.ch ab sofort bestellt werden.