Zu den Räumen und Flächen in Glarus Sorge tragen

Im Rahmen der Schoggitaler-Aktion des Schweizerischen Heimatschutzes fand am vergangenen Samstagnachmittag eine ganz spezielle Führung durch die kleinste Hauptstadt der Schweiz statt. Überraschend viele Interessierte nahmen an dieser Führung unter dem Motto «Öffentliche Räume in Glarus» teil. Die Diskussion zu den verschiedenen Themen wurde an Ort und Stelle rege benutzt. Fazit: Pro und Kontra waren am Schluss der Führung mehr oder weniger einhelliger Meinung: Die Stadt Glarus hat Chancen, sie muss gepflegt werden und zu den Räumen und Flächen muss man Sorge tragen.



Glarus nach dem Brand. Kaspar Marti von kulturaktiv Glarus bei seinen Erläuterungen. (Bilder: hasp) Die Teilnehmer vor dem Rathaus verfolgen interessiert den Ausführungen. Thomas Aschmann (links) und Kaspar Marti bei ihren interessanten Ausführungen beim Rathaus. Kaspar Marti erläutert den Teilnehmern die Bedeutung und die Nutzung der Innenhöfe.
Glarus nach dem Brand. Kaspar Marti von kulturaktiv Glarus bei seinen Erläuterungen. (Bilder: hasp) Die Teilnehmer vor dem Rathaus verfolgen interessiert den Ausführungen. Thomas Aschmann (links) und Kaspar Marti bei ihren interessanten Ausführungen beim Rathaus. Kaspar Marti erläutert den Teilnehmern die Bedeutung und die Nutzung der Innenhöfe.

Freudig überrascht vom Grossaufmarsch konnte Thomas Aschmann, Präsident des Glarner Heimatschutzes, auf dem Hauptplatz vor dem Rathaus in Glarus 65 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur ganz speziellen Führung durch Glarus willkommen heissen. Organisiert wurde der Anlass durch das Glarner Architekturforum, vertreten durch Präsident Hansruedi Marti, kulturaktiv Glarus, vertreten durch Kaspar «Käschi» Marti und den Glarner Heimatschutz, vertreten durch Thomas Aschmann, Präsident des Glarner Heimatschutzes.

Engagierte Diskussionen


In Form einer «mobilen Diskussionsrunde» auf dem Wege durch öffentliche Räume und Flächen von Glarus wurden diverse Themen angesprochen. Themen wie «Glarus hat zu grosse, öffentliche Räume. Erst Veranstaltungen, wie das soeben erfolgreich über die Bühne gegangene «Calle Caliente» beim Güterschuppen, Massnahmen, wie der mehrtägige Event «Sommer in der Stadt», die «Sommerbühne», «GLKB Sound of Glarus» oder der pittoreske Fahnenschmuck entlang der Hauptstrasse, nicht vergessen die tolle Weihnachtsbeleuchtung, vermögen ab und zu etwas Stimmung in die sonst eher ruhige kleinste Hauptstadt der Schweiz zu zaubern.

Thema «Nutzung der Innenhöfe»

Die zu kleinen Carrés nach dem Wiederaufbau von Glarus nach dem Brande von 1861 ergeben zu kleine öffentliche oder halböffentliche Innenhöfe. Dies hat einschneidende Folgen in Bezug auf die Wohnqualität in Glarus. Die Innenhöfe wurden gebaut, um am Brunnen Wasser zu holen, um den Zugang von hinten zu gewährleisten und auch, um Arbeiten zu verrichten. Die zwei besichtigten Fallbeispiele an der Rathausgasse zeigten die unterschiedliche Nutzung. Während beim einen Beispiel der Innenhof mit parkierten Autos bestückt war, war der andere mit Pflanzen und Sitzgelegenheiten bestückt. Stadtführer August Berlinger, ein profunder Kenner vom alten Glarus, konnte mit seinen interessanten Ausführungen über die Stadtplanung nach dem Brand und mit der Präsentation von alten Stadtplänen das interessierte Publikum in seinen Bann zu ziehen. Weiter ging es zur Stadtkirche, die nochmals die Grosszügigkeit beim Wiederaufbau vor Augen führte.

Nutzung des Landsgemeindeplatzes


Endziel der ganz speziellen Stadtführung war der Landsgemeindeplatz. An geschichtsträchtiger Stätte entwickelte sich eine interessante und engagierte Diskussion über die Nutzung dieser grössten freien Fläche mitten in Glarus. Soll der Landsgemeindeplatz ähnlich wie der Sechseläuteplatz in Zürich gestaltet werden? Mit mobilen Elementen? Ein neues Projekt, welches die Bedeutung der Landsgemeinde aufzeigen soll, wird Ende Oktober präsentiert. Am 26. September findet zudem ein öffentliches Forum der Gemeinde statt, an welchem das geplante Parkierungskonzept vorgestellt werden soll. Ziel dieses ambitionierten Konzeptes ist, den Zaunplatz nur noch zu einem Drittel von Autos zu besetzen. Thomas Aschmann dankte am Schluss allen Beteiligten für ihr Engagement. «Man lernt die Stadt immer wieder von einer neuen Seite kennen», meinte Marti. Sie hat ihre Chancen, wir müssen sie pflegen und den Räumen Sorge tragen!»