Zu Gast in Manuel Stahlbergers Kopf

«Da, wo es nicht glänzt, ist es interessanter», so kommentierte Manuel Stahlberger einmal seine Gedanken, die er leidenschaftlich zu Papier bringt. Und genau dieses Unvollkommene ist sein Erfolgsrezept. Manuel Stahlbergers Textkreationen über die Ränder und Zwischenräume der Schweiz drehen sich um den gewöhnlichen, gähnenden Alltag. Ob er auch über eine Nische im Glarnerland etwas zu erzählen weiss?



So oder so ist der Ostschweizer Mundartpoet, Musiker und Comiczeichner ein gern gesehener Gast im Veka. Und diesen Freitag ist er endlich wieder da. Manuel Stahlberger macht es, wie er es immer tut. Er lässt uns an seiner geistigen Tätigkeit teilhaben und dies reicht ihm schon aus, um die Kleinkunstbühnen des deutschsprachigen Raums zu erobern.

In seinem aktuellen Solo-Programm «Neues aus dem Kopf» versucht er sein Durcheinander im Kopf zu sortieren – mal mit einer Diaschau, mal mit einem Mini-Musical. In «Neues aus dem Kopf» geht es um Lifestyle-Esoterik, Birkenstock-Wanderung oder etwa um den Familienurlaub in Schweden. Nichts Aufregendes, könnte man meinen. Ausser man ist Tausendsassa Manuel Stahlberger. Nicht umsonst wurde der St. Galler vor einigen Jahren mit dem Salzburger Stier – dem Kleinkunstpreis schlechthin – ausgezeichnet. Denn er schafft es wie kein anderer, banale Alltagsszenarien in irrsinnig witzige und schauderhaft obskure Meisterstücke zu verwandeln.

DJ «Fredo Ignazio» zückt seine Schallplatten

Nach diesem Feuerwerk der wilden Wortkunst geht es mit rauchiger Musica-Obscura und Dark-Room-Rock’n‘Roll ebenso wild weiter. Dieser Freitagabend liegt voll und ganz in Ostschweizer Händen. Denn auch DJ «Fredo Ignazio» ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Immer wieder bringt er mit seinen auserwählten Schallplatten den Veka zum Beben. Der liebe Ignazio ist stetig im Schwebeflug; mit Songs in der Plattenkiste, die die Welt noch nie gehört oder schon lange vergessen hat.