Zufriedenheit, aber auch Wehmut

Es herrschte eine gespannte aber auch entspannte Stimmung im Saal, als Landratspräsident Hanspeter Toggenburger heute die letzte Sitzung des Amtsjahres 2009/10 eröffnete. Ungewohnt auch die Zeit, war man sich doch gewohnt, dass die Sitzungen jeweils um 08.00 Uhr begannen. Die letzte Sitzung mit 80 Landräten startete ausnahmsweise erst um 10.00 Uhr.



Zufriedenheit, aber auch Wehmut

So kurz wie die anschliessende Sitzung war für einmal auch die Traktandenliste. Nur knapp eine Stunde dauerte für viele Landräte die letzte Sitzung. Am Ende der Sitzung verabschiedete der Präsident verschiedene, zum Teil langjährige Mitglieder aus dem Landrat des Kantons Glarus. Folgende Landräte/-innen werden nicht mehr zur Wahl antreten: Walter Elmer, er gehörte dem Rat seit 1986 an und präsidierte den Rat im Jahre 2001/02, weiter Erich Leuzinger, Hans Rudolf Kamm, Fredy Lienhard, Georg Staubli, Brigitte Züger-Obrist, Nobert Zumbühl, Markus Thoma, Sandra Baitella-Steiner, Robert Becker und Hansruedi Bäbler.

Umstrittene Sitzansprüche

Auch bei der zweiten Lesung zur Landratsverordnung gab ein Satz zur Diskussion Anlass indem René Brandenberger gegen den unter Artikel 29 aufgeführte Sitzanspruch der Fraktionen in den ständigen Kommissionen votierte. „Ich sehe darin, wie ich schon vor vierzehn Tagen ausführte, eine gewisse Begehrlichtkeit und ich appelliere insbesondere an die FDP Fraktion meinem Anliegen auf Streichung dieses Satzes zu verzichten.“ Ebenso wie Erika Nart von der FDP sprach sich auch Christoph Zürrer für Beibehaltung. Nach Meinung von Fredo Landolt sei der Vorschlag der Kommission die beste Lösung , da sie alle in die Verantwortung einbeziehe. „Am Schluss wird ja doch der definitive Entscheid hier im Plenum oder später an der Landsgemeinde gefällt.“ Die gesamte Vorlage wurde vom Rat ohne Gegenstimme genehmigt.

Verlegung der Wasserfassung

Auch das Konzessionsgesuch für das Kraftwerk Föhnen/Doppelpower nahm die Hürde des Rates in der zweiten Lesung. Allerdings mit einigen wenigen Gegenstimmen aus dem Lager der Grünen Partei, die sich in der ersten Linie vor allem für eine erhöhte Restwassermenge aussprach. Kommissionpräsident Tony Bürge informierte, dass die Wasserfassung beim endgültigen Projekt um 45 Meter flussaufwärts verlegt wurde um so einen noch besseren Hochwasserschutz zu gewährleisten. „Damit steigt der Staupegel im Sernf um rund einen Meter, dadurch wird die Produktoin leicht erhöht und als Folge auch die zu erwartende Wasserkraftsteuer.“

Ein letztes Mal erklang die Landratsglocke

Der Landratspräsident bedankte sich am Ende seiner Amtsperiode und wurde, wie auch die Landräte die nicht mehr zur Wiederwahl antreten, mit grossem Applaus verabschiedet. „Eine grosse Ehre war es für mich, von ihnen mit einem ausgezeichneten Resultat in diese Funktion gewählt zu werden.“ Er hoffe sehr, so Toggenburger weiter, dass er die Erwartungen in seine Verhandlungsführung erfüllen konnte. Es sei für ihn eine Freude gewesen, das letzte Amtsjahr des 80-köpfigen Rates zu präsidieren. Er bedankte sich auch beim Ratssekretär Josef Schwitter für seine ruhige, überlegte, sachliche und vor allem kameradschaftliche Unterstützung.

Im Anschluss begaben sich die Landräte und der Regierungsrat – erstmals auch mit der neugewählten Christine Bickel – in Richtung Restaurant Schützenhaus. Beim Abschiedsessen bestand für einmal keine Sitzordnung, sodass an jedem der Tische eine bunte Mischung aus den politischen Lagern zu sehen war. Es wurde viel diskutiert und noch einmal Rückblick auf das vergangene Jahr gehalten. Es war zu spüren, das sich viele fragten, wie sieht wohl der Rat in der kommenden Amtsperiode aus und bin ich auch noch dabei?