Zug um Zug im öffentlichen Verkehr

Seit 15 Jahren setzt sich der Pendlerverein Glarus mit seinen 118 Mitgliedern für die Anliegen der Bevölkerung im Kanton Glarus im öffentlichen Verkehr ein. Dies in reger Zusammenarbeit mit Kanton, SBB und den Busunternehmen. An der diesjährigen Hauptversammlung bringt Gastredner Markus Josi, Leiter des öffentlichen Verkehrs des Kantons, so einiges auf den Punkt.




Andreas Schlittler, Präsident des Pendlervereins Glarus, blickt auf ein ruhiges Vereinsjahr zurück, darf jedoch mit grosser Genugtuung einige Eckpfeiler der Umsetzung von konstruktiven Veränderungen im ÖV berichten. So zeigt sich der Umbau des Bahnhof Glarus sauber, komfortabel und freundlich für die Passanten. Die Arbeiten am Linthsteg sind noch nicht abgeschlossen. Hängig sind noch diverse Vorstösse zur Fahrplanoptimierung im Stundentakt. Ebenfalls in Diskussion sind noch Umbau des Busbahnhofs und des Güterbahnhofs. Schön wäre es, wenn Letzterer als geschütztes Kulturgut ein Aushängeschild für das touristische Glarus werden würde.

Glarner Projekt bei STEP 2030


Schwerpunkt der Versammlung waren die Informationen von Markus Josi, Leiter öffentlicher Verkehr des Kantons Glarus. Dieser amtet seit 2 Jahren beim Kanton und brachte für seine Arbeit beste Voraussetzungen mit. Während 20 Jahren arbeitete Josi bei der SBB, startete seine Karriere von der Pike auf als Stationsvorstand und landete in der Geschäftsleitung eines Verkehrsverbundes. Diese Erfahrung bezeichnet er als eine Weitsicht, welche seine Arbeit in unserem Kanton erfordert. Beim Anlass des Pendlervereins stellt er das aktuelle Projekt STEP 2030 vor, in welchem es um die Entwicklung der schweizerischen Bahninfrastruktur bis 2030/2035 geht. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) rechnet mit Ausgaben von 7 Milliarden Franken bis 2030 und 12 Milliarden Franken bis 2035. Das Budget beruht auf der Prognose, dass die Verkehrsleistung im Personenverkehr um 25% und im Güterverkehr um 37% wächst. Davon wird die höchste Zunahme dem ÖV zugeschrieben, die kleinste Zunahme dem motorisierten Individualverkehr. Seitens des Kantons Glarus ist im Projekt STEP 2030 eine Kreuzung in Leuggelbach für 31,5 Mio. Franken geplant. Die Bewertung des Moduls ist vom BAV ist bis jetzt positiv. Wenn der Kanton Glarus mit seinem Projekt in die engere Auswahl der gesamtschweizerischen Projekteingaben kommt, würde die Verabschiedung durch den Bundesrat im Jahr 2017 erfolgen. Die Botschaft zu Handen des Parlamentes im 2018 und die Beratung und Beschluss demzufolge im 2019. Sollte ein Beschluss zugunsten des Kantons Glarus gefällt werden, müssen wir also mit einer Umsetzungsphase von 7 Jahren rechnen. Dies bei einem engen Planungshorizont.

Der Anlass zeigt: Mit Markus Josi hat der Kanton Glarus einen kommunikativen Fachvertreter gewonnen. Mit dem Pendlerverein hat die Bevölkerung eine Vertretung beim Kanton, die am Ball bleibt.