Früher standen die letzten Sommerferien der Maturanden und Maturandinnen ganz im Zeichen der mündlichen Prüfungen. Deutsche Literatur wurde gelesen, mathematische und physikalische Formeln gebüffelt und das Lateinvokabular aufgebessert. In diesem Jahr fällt dieser Stress weg oder besser wurde nach vorne verschoben. Denn sowohl die schriftliche als auch die mündliche Prüfung mussten die Schüler bereits vor dem grossen Urlaub ablegen. Während die Jugendlichen diese Neuerung sehr begrüssten, steigt dabei für die Lehrer die Belastung. Sie haben nun weniger Zeit, um den Stoff durchzubringen und die Prüfungen zu benoten. Aber mit den ersten Erfahrungen dürfte das in Zukunft weniger problematisch werden.
Feier mit Rückblicken
Nach der Anspannung und dem Stress vor den letzten Prüfungen kehrte bei den 69 Maturanden wieder Ruhe ein. Und ihre Gesichter strahlten am letzten Freitag in der Aula der Kantonsschule sichtbar vor Glück. „Endlich geschafft!“
Nicht nur für die Schüler auch für den Rektor Peter Aebli war diese Feier etwas spezielles. Verabschiedete er doch an diesem Abend seine letzte Klasse, der er als Klassenlehrer vorstand. So war seine Rede auch mit Reminiszenzen aus dieser Tätigkeit geschmückt. Mit den Leistungen an der Matura und bei der Maturaarbeit aber auch bei verschiedenen Projekten hat dieser Jahrgang gezeigt, dass sich die heutige Jugend engagieren und einsetzten kann.
Auch der Gastreferent, Patrik Rohr, blickte nochmals zurück. Zurück auf seine Zeit als „Kantischüler“ und Maturand. Der bekannte Fernsehmoderator und Buchautor lebte bis zu seinem 14. Lebensjahr im Glarnerland und besuchte hier auch das Gymnasium. Seinem ehemaligen Lateinlehrer, Markus Nötiger, konnte er demonstrieren, dass er noch nicht alles verlernt hat. „ Ab heute seid ihr maturi und maturae!“, begrüsste er die Jubilare. Auch mit der Bühne der Aula verbindet ihn ein prägendes Erlebnis. Hier stand Rohr zum ersten Mal vor einem grösseren Publikum. Die Rolle in einem Theaterprojekt war jedoch bescheiden. Gerade Mal einen Satz durfte der heutige Medientrainer vortragen. „ Machen wir rasch!“
Der Weg ist noch nicht zu Ende
Dasselbe dürften wohl auch einige Maturanden gedacht haben, die endlich ihr Zeugnis in den Händen halten wollten. Davor machte ihnen Rohr in seiner unterhaltsamen und ungezwungenen Rede, nochmals deutlich, dass sie erst eine Etappe bewältigt haben. Der Abschluss der Kantonsschule ist zwar ein wichtiger Schritt, die Matura jedoch erst der Zutritt an weitere Ausbildungsstätten. Die Jugendlichen benötigen deshalb noch weiter Geduld, bis sie ihren Traum erreichen.
Endlich mit den Zeugnissen aus der Schule „entlassen“, feierten die Jugendlichen zusammen mit Eltern, Verwandten, Kollegen und den Lehrer ihren Erfolg vor der Kantonsschule bei einem Apero und schönem Wetter.




