Zwei Bretter, zwei Welten: Warum die Mischung im Schnee den Erfolg bringt

Die Wintersaison steht vor der Tür. Die Gunst der Gäste liegt in der Vielfalt. Orte, die sowohl alpines Skivergnügen als auch nordischen Langlauf anbieten, sichern sich einen entscheidenden Vorsprung auf dem Markt.



Braunwald war mehrfach Austragungsort des Voralpencup, eine Rennserie für den nordischen Nachwuchs vom Schüler bis zur Elitekategorie wie auch für den ersten nordischen Triathlon mit Langlauf, Biathlon und Riesenslalom. (Bild: zvg)
Braunwald war mehrfach Austragungsort des Voralpencup, eine Rennserie für den nordischen Nachwuchs vom Schüler bis zur Elitekategorie wie auch für den ersten nordischen Triathlon mit Langlauf, Biathlon und Riesenslalom. (Bild: zvg)

Während Alpin-Skifahrer die Dynamik der Abfahrt, moderne Bergbahnen und das Erlebnis am Berg suchen, zieht es Langläufer in die Ruhe der Natur. Sie schätzen den gesundheitlichen Aspekt, die Ökologie und den sanften Tourismus abseits des Trubels. Für einen Skiort bedeutet diese Kombination die perfekte Balance. Zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen teilen sich die Betten, was für eine konstant hohe Auslastung von Hotels und Ferienwohnungen sorgt. Wirtschaftlich ist das Doppelpack eine Lebensversicherung. Alpine Infrastruktur verschlingt Millionen für Lifte und Beschneiungsanlagen. Loipen hingegen sind viel kostengünstiger im Unterhalt und oft schon bei geringer Schneehöhe nutzbar. Bleibt der grosse Schnee aus, rettet das nordische Angebot die Saison.

Die verhinderte Zukunft in Braunwald

Lokale Skischulen, Sport- & Lebensmittelgeschäfte, Vermietungen und Gasthäuser profitieren von Synergien. Die Zukunft gehört den Destinationen, die Vielfalt statt Monokultur bieten. Ein solcher Ort positioniert sich als Wintersport-Mekka für die ganze Familie – vom actionreichen Teenager bis zu den Grosseltern auf der Loipe. Aktuell gewinnt dieses Modell massiv an Bedeutung. Das autofreie und mit den ÖV gut erreichbare Glarner Bergdorf Braunwald steht vor einer historischen Wende. Ab der Wintersaison soll der alpine Skibetrieb dauerhaft eingestellt werden. Skilifte werden stillgelegt und sollen zurück gebaut werden. Ein schwerer Schlag für Gewerbe und Tourismus. Unverständlich und doch, nachdem die Regierung eine geplante, neue und moderne Erschliessung (Linthal-Hüttenberg) verhinderte und in Elm viel Geld in eine Kunstschneeanlage zur Verfügung stellt, war die Richtung vorgegeben. Die Finanzen zwingen die Sportbahnen-Verantwortlichen zur einfachen Kapitulation. Logisch, eine Managementregel besagt, wer nicht investiert, wird liquidiert! Dazu kommt, ein Geben und Nehmen muss ausgeglichen sein, was im Glarnerland immer wieder zu Diskussionen führt. ProNordic arbeitete seit 2022 zusammen mit dem Loipenverein und der Schneesportschule intensiv an einer Attraktivitätssteigerung. Langlauf und Biathlon-Wettbewerbe für Jugendliche (Voralpencup, nordischer Triathlon) und Kurse für Schulklassen waren sehr erfolgreich.

Die Politik steht in der Pflicht

Mit dem geplanten radikalen Schritt verabschiedet sich Braunwald von einem Erfolgsmodell, das andernorts als Lebensversicherung gilt. Mit der Kombination aus alpinem und nordischem Skisport werden durch das Doppelangebot aus Pisten und Loipen gezielt unterschiedliche Gästegruppen angelockt, finanzielle Risiken minimiert und nicht alles auf eine Karte gesetzt. Das Dorf verliert ein wichtiges Standbein. In Braunwald brodelt es jedenfalls heftig. Jetzt muss das Dorf, die Kantonsregierung und die Schweiz zeigen, dass einheimisches Schaffen einen Wert und eine Zukunft hat! Braunwald hat es verdient, nicht in die Bedeutungslosigkeit zu versinken.

https://act.campax.org/p/zukunftbraunwald