Zwei historische Häuser in Näfels sollen restauriert werden

• In Näfels sollen das Haus zur Beuge und das Hauserhaus umfassend restauriert werden. Der Regierungsrat spricht Beiträge der Denkmalpflege für die Sanierung der historischen Herrenhäuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert.



Das Haus zur Beuge und das daran anschliessende Hauserhaus prägen das Ortsbild von Näfels. Die historischen Bauten an der Hauptstrasse sind schützenswert, haben eine gute Substanz und eine Innenausstattung von hoher Qualität und kulturhistorischer Bedeutung. Beim vorliegenden Bauprojekt wird grosser Wert auf die fachgerechte Restaurierung von Böden, Wänden, Decken und weiteren Ausstattungselementen gelegt, die zu erheblichen Teilen aus dem 16. und 17. Jahrhundert stammen. Mit einer gemeinsamen Erschliessung im Verbindungsteil der ursprünglich freistehenden Bauten können von der Eigentümerschaft Alters-Etagenwohnungen erstellt werden. Mit dem vorliegenden Projekt findet ein seit 2013 dauerndes Ringen um den Erhalt der beiden Häuser ein Ende.

Wenn die Mauern sprechen könnten

Das Haus zur Beuge und das Hauserhaus reihen sich ein in die Tradition der Glarner Herrschaftshäuser Höfli, Tolderhaus, Schlüssel und nicht zuletzt auch des Freulerpalastes. Dieser steht in Sichtdistanz und war zweifellos Vorbild für den Umbau des Hauses zur Beuge im Jahr 1685. Seit Jahrhunderten dienen die beiden Herrenhäuser als Haus und Hof für Familien und Dynastien. Sie prägten die Siedlungsentwicklung von Näfels, als im Laufe des 16. Jahrhunderts Steinbauten am Hangfuss gebaut wurden und ein weiterer Siedlungskern in der Talebene entstand. 

Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich aus dem Hauserhaus nach und nach ein Mehrfamilienhaus. Dabei erfuhr das Gebäude nur wenige Anpassungen in der Raumstruktur. Einige Räume wurden neu ausgestattet, darunter hat sich in den meisten Fällen jedoch die Ausstattung des 16. Jahrhunderts erhalten.

Das Haus zur Beuge verkörpert mit seinen hohen Geschossen einen anderen Bautyp als sein Nachbarhaus und bezeugt die Entwicklung im gehobenen Wohnbau vom 16. zum 17. Jahrhundert. Auffällig sind die aufwendig  gearbeiteten Felderdecken in den Obergeschossen und ein grosser Saal; Ausstattungselemente, die im repräsentativen Wohnbau des 17. Jahrhunderts anzusiedeln sind.

Beiträge von Bund, Kanton und Gemeinde

Der Anteil an bauzeitlicher Substanz ist bei beiden Gebäuden beachtlich. Die hohe Qualität der Innenausstattung und das grosse Volumen der beiden Baukörper generieren sehr hohe Investitionskosten. Jene Arbeiten, die dem Erhalt des Baudenkmals dienen, sind beitragsberechtigt.

Die Genossenschaftsversammlung der Eigentümerschaft stimmte 2018 einem Projektierungskredit zu. Das Baugesuch wurde im Frühling 2019 eingegeben. Die Zustimmung für den Baukredit durch die Genossenschaftsversammlung steht indes noch aus und hängt nicht zuletzt von der Mitfinanzierung durch die öffentliche Hand ab. Da die Mittel aus der Programmvereinbarung über Beiträge an die Denkmalpflege mit dem Bund für die Jahre 2016–2020 nahezu ausgeschöpft sind, wurde ein Einzelgesuch eingegeben. Der Entscheid über eine Beitragszusicherung des Bundes wird im Dezember 2019 erwartet. Voraussetzung dafür ist die Beteiligung des Kantons im vorgesehenen Rahmen.

Der Regierungsrat setzt die maximalen Beiträge an die beitragsberechtigten Kosten von knapp 5 Millionen Franken für den Kanton und die Gemeinde Glarus Nord fest: Kanton: 830'000 Franken (16,8 % der beitragsberechtigten Kosten), Gemeinde Glarus Nord: 550'000 Franken (11,2 % der beitragsberechtigten Kosten). Der erwartete Bundesbeitrag beträgt 1,2 Millionen Franken (25 %).

Die Planungsarbeiten sind mehrheitlich abgeschlossen. Nach der Zusage eines Kredites durch die Genossenschaftsversammlung der Eigentümerschaft und der Beitragszusicherung von Bund und Kanton sollen die Bauarbeiten im Januar 2020 beginnen und Ende 2021 abgeschlossen sein.