Zwei Originalgegenstände für das Museum

Aus Anlass des 125-jährigen Bestehens des Skliclubs Glarus ist das Skisportmuseum beim Freulerpalast aktualisiert und wiedereröffnet worden. An der Eröffnungsfeier wurden zwei Originalgegenstände dem Museum überreicht.



«Wir dürfen uns Skipioniere nennen», sagte Fritz Marti, ehemaliger Chef des Skiclubs Glarus, an der Wiedereröffnung des Skisportmuseums am Donnerstag im Nebengebäude des Freulerpalastes. Damit spielte Marti auf die Tatsache an, dass 1893 in Glarus der erste Skiclub der Schweiz gegründet worden ist und wenige Jahre später in Glarus auch das erste Skirennen in der Schweiz stattgefunden hat. Das kleine Glarus hat damit entscheidend zur Entwicklung des Skisports in der Schweiz beigetragen.

Diese Pionierrolle verdankt Glarus Persönlichkeiten wie Christoph Iselin. Dieser hat sich drei Paar Skis aus Norwegen organisiert und ist damit zum Schreiner Melchior Jakober gegangen mit dem Antrag, er solle doch auch solche Skier herstellen. Das hat Jakober auch getan, und schon im ersten Winter 1892/93 hat er 70 Paar hergestellt und für 20 Franken verkauft. Später kam mit Sattler Jakober ein zweiter Skihersteller hinzu, woraus schliesslich die bekannte Skifabrik Jakober entstand.

Zwei wertvolle Originalstücke

Nach dem ersten Skirennen gab es etliche weitere Rennen in Glarus. Viele davon wurden von Friedrich Iselin gewonnen, so auch 1905 an den ersten Schweizer Meisterschaften – ein Militärrennen. Als Sieger erhielt Iselin eine Ehrengabe des Bundesrates überreicht, nämlich eine Pistole. Und diese Pistole überreichte der anwesende Edouard Iselin, Sohn von Friedrich Iselin, dem Präsidenten der Museumskommission, Frank P. Gross, und damit dem Skisportmuseum. Aber der 85-jährige Iselin ist auch Urenkel von Niklaus Tschudi und hatte noch eine weitere wertvolle Gabe mitgenommen. Tschudi war Gemeindepräsident von Glarus, auch Nationalrat und Ständerat, und hatte anno 1861 den Wiederaufbau des fast ganz vom Feuer zerstörten Hauptortes tatkräftig und mutig an die Hand genommen. Und diesen Wiederaufbau startete Tschudi damals symbolisch mit einem Hammerschlag. Dieser Hammer befand sich seit Jahren im Besitze der Familie Iselin. Schweren Herzens, wie zu erfahren war, trennte sich Edouard Iselin von diesem Originalgegenstand und überreichte ihn an dieser Eröffnungsfeier ebenfalls an Frank P. Gross. Der Hammer wird vermutlich im Museum des Landes Glarus seinen Platz finden.

Skisportmuseum aktualisiert

«Für mich ist wichtig, dass im Museum die Geschichte des Skisports in der Schweiz aufgezeigt werden kann», sagte Fritz Marti an der Wiedereröffnung vom Donnerstag, an der auch Skilegende Vreni Schneider teilnahm. Das Museum zeigt die Anfänge des Skisports, wurde aber auch aktualisiert. So sind die ersten in Glarus hergestellten Skis zu sehen, aber auch die brandneuen Bretter, die Tüftler Hansjörg Kessler nun in Schwanden herstellt. Und natürlich fehlen die Glarner Skigrössen nicht: So Rösli Streiff, die 1932 erste Weltmeisterin wurde, und natürlich Vreni Schneider, die bisher beste Skifahrerin aller Zeiten. Neu hinzugekommen ist nun Abfahrts-Weltmeister Patrick Küng.

Der Anlass der Wiedereröffnung wurde abgerundet durch Dankesworte von Marcel Leuzinger, jetziger Präsident des Skiclubs Glarus. Er erwähnte speziell den enormen Einsatz von Fritz Marti, der schon seinerzeit eigentlicher Initiant des Skisportmuseums war. Für den ältesten Skiclub der Schweiz ist das 125-Jahr-Jubiläum aber noch nicht vorbei. Zur Hauptversammlung im November wird alt Bundesrat Adolf Ogi, der auch Direktor des Schweizerischen Skiverbandes war, persönlich erscheinen und ein Referat halten.