Samuel Giger heisst der grosse Sieger auf der Schwägalp

Der Bergklassiker auf der Schwägalp, das bestbesetzte Schwingfest der Saison, endete mit einem einheimischen Sieg von Samuel Giger. Der Thurgauer besiegte in einem reinen NOS-Schlussgang den St. Galler Daniel Bösch. Roger Rychen holten den zehnten Saisonkranz.




Der 20-Jährige feierte seinen 13. Kranzfestsieg, den zweiten auf der Schwägalp nach 2016. In der laufenden Saison realisierte Giger den sechsten Kranzfestsieg nach dem Thurgauer, Zürcher und St. Galler Kantonalen, dem Bergfest auf dem Weissenstein und dem Nordwestschweizer Teilverbandsfest in Basel (1b). An allen sechs Kranzfesten zu denen Giger in dieser Saison antrat, siegte er.

Giger startete im Duell der Jugend mit einem Gestellten gegen den Innerschweizer Joel Wicki. In der Folge bezwang er sämtliche Gegner. Dies waren der Reihe nach Simon Röthlisberger, Benji von Ah, Christian Gerber und im Gipfeltreffen im fünften Gang gegen den Berner Seeländer Christian Stucki. «Ich hatte zum Auftakt gegen Joel Wicki einen guten Gang und fand in der Folge immer besser in den Wettkampf hinein. Der Sieg im fünften Durchgang gegen Christian Stucki gab mir dann nochmals zusätzlichen Auftrieb für das abschliessende Duell mit Dani Bösch», gab der Rekrut zu Protokoll.

Bösch verlor zum Auftakt gegen Stucki, ehe er vier Siege aneinanderreihte. Der Toggenburger besiegte im vierten und fünften Gang mit Christian Schuler und Sven Schurtenberger zwei Spitzenleute, was ausschlaggebend für die Schlussgangteilnahme war. Denn: Bösch und der Sumiswalder Matthias Aeschbacher waren nach fünf Gängen punktgleich. Trotzdem wählte man eine reine NOS-Paarung.

Einteilung entschied gegen Aeschbacher

Das letzte Bergkranzfest des Jahres war das einzige Fest, wo die drei grossen Teilverbände Bern, Inner-, und Nordostschweiz in dieser Saison aufeinandertrafen. Vom ersten Gang an entwickelte sich ein Zweikampf Bern gegen Innerschweiz. Die beiden Schlussgangteilnehmer, Giger und Bösch, lagen nach dem ersten Gang etwas im Hintertreffen. Wie im ersten Gang zwischen Matthias Aeschbacher und Christian Schuler gab es den ganzen Tag Direktduelle zwischen den Bernern und den Innerschweizern. So gesehen wäre eine Berücksichtigung Aeschbachers für die Endausmarchung durchaus angebracht gewesen.

Bloss 14 Kränze

Spitzenplätze gab es nebst den beiden Finalisten auch für Joel Wicki, Kilian Wenger, Christian Stucki, Domenic Schneider, Samir Leuppi, Christian Schuler und Christian Gerber. Kilian Wenger und Joel Wicki stellten im fünften Gang um den Schlussgangeinzug in einem mitreissenden Duell mit Sieges-Chanchen auf beiden Seiten. Christian Stucki verpasste den Sieg auf der Schwägalp ein weiteres Mal und kann den Grand-Slam (Sieg an allen sechs Bergkranzfesten) weiterhin nicht realisieren. Dies wird auch 2019 nicht möglich sein, finden doch dann das Berner Kantonale und das Schwägalp-Schwinget an demselben Datum statt. Alle sechs Bergfeste hat bislang einzig Martin Grab gewonnen. In der Kranzbilanz siegten die Nordostschweizer mit sechs Kränzen, den Berner und Innerschweizern blieb je vier Mal Eichenlaub.

Zehnter Saisonkranz für Roger Rychen

Einen schlechten Start erwischte Roger Rychen. Er verlor zum Auftakt gegen Schwingerkönig Kilian Wenger, den er am Landsgemeindesonntag am Mittelländischen noch bezwungen hatte. Anschliessend verlor er auch gegen den Engelberger Lukas Bernhard. «Ich war in den beiden Startduellen wohl etwas zu offensiv eingestellt», meinte der Glarner Teamleader am Abend. «Das Ziel, den Kranz, habe ich trotzdem nie aus den Augen verloren.» Dies ging für Rychen mit einer imponierenden Aufholjagd auf. Nacheinander besiegte der Maschinist Jeremy Vollenweider, Reto Koch, Kilian von Weissenfluh und zuletzt Matthias Aeschbacher. Somit erkämpfte sich der Glarner seinen zweiten Schwägalpkranz und das zehnte Eichenlaub in der laufenden Saison. Gemeinsam mit dem Freiburger Lario Kramer ist Rychen mit zehn Mal Eichenlaub der erfolgreichste Kranzsammler der Saison 2018. Dies ist eine beachtliche Leistung, dass ein Glarner die Hitliste der Kranzgewinner auf nationaler Ebene anführt.

Überraschungssieg über Aeschbacher

Im letzten Gang duellierte sich Rychen zum ersten Mal mit Matthias Aeschbacher, der theoretisch noch den Festsieg hätte erben können. «Anfänglich griff er mit innerem Haken an. Ich merkte, dass ich gut dagegenhalten kann und mir sowieso nur ein Sieg noch etwas einbringt. Deshalb musste auch ich die Offensive suchen.» Nachdem es der Emmentaler erneut mit einem Haken versuchte, gelang es Rychen seinen Widersacher abzudrehen und mit etwas Glück gelangte der Glarner mit Überrollen am Boden aus demselben Zug heraus zum siegbringenden Resultat. Im ersten Moment realisierte der Glarner gar nicht, was ihm auf der Schwägalp glückte. Rychen holte heuer die Bergkränze Rigi, Weissenstein und Schwägalp, die Teilverbandskränze am Nordost- und als Gast am Nordwestschweizerischen sowie die Gau/Kantonalkränze am Thurgauer, St. Galler, Glarner-Bündner, Mittelländischen und am Bündner-Glarner. Zwar stehen noch Startmöglichkeiten auf dem Allweg, in Siebnen und am Olma-Schwinget in Aussicht. Konkret ist aber noch nichts. «Seit dem NOS habe ich muskuläre Probleme mit dem Knie. Erst werde ich mich in den kommenden Wochen der vollständigen Genesung widmen. Anschliessend werde ich entscheiden, ob ich heuer noch weitere Wettkämpfe bestreite», stellte der erfolgreichste Kranzsammler 2018 in Aussicht. 

Ausstich verpasst

Weniger gut lief es den beiden anderen Glarnern. Sowohl Christian Jöhl (Mollis) als auch Reto Landolt (Näfels) verpassten den Ausstich. Jöhl verlor im Anschwingen gegen Thomas Koch und Jaime Marty. Den Thurgauer Fabian Koller konnte er bezwingen, doch mit einer dritten Niederlage gegen Christian Bernold entschwand der Kranzausstich. Landolt gewann zwar den Auftakt gegen Bruno Vestner. Niederlagen gegen den Berner Kilian von Weissenfluh und die beiden Innerschweizer Damian Egli und Marco Reichmuth verhinderten auch bei ihm das Erreichen des Ausstiches.(JHE)  

Urnäsch AR Schwägalp-Schwinget

(90 Schwinger, 15 450 Zuschauer). Schlussgang: Samuel Giger (Ottoberg) bezwingt Daniel Bösch (Zuzwil SG) nach 8:48 Minuten mit Kurz. Rangliste: 1. Giger 58,75. 2. Joel Wicki (Sörenberg) und Christian Gerber (Röthenbach), je 57,50. 3. Domenic Schneider (Friltschen) und Christian Schuler (Rothenthurm), je 57,25. 4.  Martin Hersche (Appenzell), Samir Leuppi (Winterthur), Sven Schurtenberger (Buttisholz), Christian Stucki (Lyss) und Kilian Wenger (Horboden), je 57,00. 5. Bösch, Matthias Herger (Bürglen UR) und Roger Rychen (Mollis), je 56,75. 6. Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen) 56,50 (alle mit Kranz).